Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst

Sie hat es schon wieder getan. Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb Sybille Berg in ihrer Kolumne im Spiegel über Kinder, Geburtenraten und die angebliche Überbevölkerung. Und ich schrieb eine Antwort darauf in diesem Blog. Jetzt legt Frau Berg nach. Auch diesmal kann ich mich nicht zurückhalten:

Frau Berg missfällt, dass sich insbesondere konservative Parteien und Politiker dafür einsetzen, dass in Deutschland mehr Kinder geboren werden. Sie kritisiert die angebliche versuchte Inbesitznahme der Gebärmuttern, die sie durch die Paranoia von Überfremdungskritikern, Sozial- und Wirtschaftspolitikern, Militärs und repressiven Fürsprechern des Patriarchats ins Werk gesetzt sieht (Sie verwendet für diesen Vorgang den Ausdruck „fremduteraler Fetisch“, ich musste grinsen, Frau Berg). Jeder dieser Gruppen unterstellt sie niedere Motive und den Versuch, das Selbstbestimmungsrecht der Gebärfähigen klein zu reden. Und das vor dem Hintergrund einer überbevölkerten Erde. Genau die war Aufhänger der letzten Kolumne, jetzt geht Frau Berg noch einen Schritt weiter: Schlafzimmer und Kreißsäle würden als Kampfzonen betrachtet und die doch so erstrebenswerte Kinderlosigkeit, die die Welt retten soll, geriete ins gesellschaftspolitische Abseits.

Schon in meiner Antwort auf die letzte Kolumne habe ich versucht, der Frau Berg einige evolutionsbiologische Grundbegriffe näher zu bringen, die zum Verständnis der Sache absolut notwendig sind. Sie wird sie nicht gelesen haben, trotzdem werde ich mich nicht wiederholen, sondern nur etwas hinzufügen:

Frau Berg, die Weitergabe der eigenen genetischen Information ist aus biologischer Sicht Sinn unserer Existenz. Ein freiwilliger Verzicht darauf muss einer verschwurbelten intellektuellen Bastelei entspringen, welche honorigen Gründe man auch immer dafür anführen mag. Es ist ganz gleich, ob man sich fortpflanzt, weil man das für gottgefällig, pflichtbewusst, aus sozialdarwinistischen Gründen angemessen hält, oder einfach besoffen war. Der Evolution ist das egal. Deshalb ist Ihre jüngste Kolumne ganz und gar inhaltsleer. Pflanzt man sich aus eigenem Willen nicht fort, mag das praktisch und bequem, förderlich für die Selbstverwirklichung, vielleicht sogar politisch korrekt sein, es bleibt aber eine misanthropische Bankrotterklärung.

Frau Berg, Sie sind Jahrgang 62. Das Thema „eigene Kinder ohne reproduktionsmedizinische Zaubertricks“ dürfte sich für Sie erledigt haben. Für mich hat es sich höchstwahrscheinlich auch erledigt. Ich schrieb bereits beim letzten Mal, dass mir das Wumpe ist. Ich glaube, Sie müssen sich dafür nicht rechtfertigen, aber Sie sollten sich auch nicht dafür feiern. Das Leben wird über Sie und mich hinweg gehen und zwar noch ein bisschen gründlicher als über die Mütter und Väter.

Vor ein paar Tagen wurde eine wissenschaftliche Untersuchung veröffentlicht, in der es darum ging, was der Einzelne gegen den Klimawandel tun könne. Die Quintessenz: Eigentlich sei es egal, ob man ein dickes Auto fährt, Fernflugreisen unternimmt oder Fleisch isst, der beste Beitrag zum Klimaschutz sei der Verzicht auf Kinder. Sie, Frau Berg, werden diese Empfehlung mit Wohlwollen gelesen haben, mir hat sich der Magen umgedreht.

Note to self: Also ich könnte Urlaub brauchen. Musik: Coma Cluster Void, Integrity, Beyond Grace, Origin, Decapitated.

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Öffentlich-Rechtliche Mogelpackung

Ob ich zu viel fernsehe? Tja, weiß nicht. Wenn ich am Abend am Rechner sitze, läuft meist irgendwas auf dem zweiten Monitor, seit der DVB-T2-Umstellung ausschließlich per Webstream, einen Empfänger habe ich bislang nicht (würde auch nicht viel bringen, meine Grafikkarte ist nicht H.265-fähig, wahrscheinlich würde das Ganze also heftig ruckeln, und das bei einem System mit einem auf 4,2 GHz aufgebohrten i7, vollkommen verrückt). Hauptsächlich schaue ich Sport, Dokumentationen, Nachrichten, mal ein politisches oder kulturelles Magazin. Und dann gibt es ein paar feste Sendeplätze für Fiktionales, zum Beispiel den Tatort am Sonntag. Ich zahle die Abgabe für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk gerne, wenn ich mal bei Freunden die Privaten anschauen muss, schüttelt es mich regelmäßig.

Nun besitze ich ja kein Empfangsgerät im althergebrachten Sinne, sondern nur einen Computer. Für die ÖR-Anbieter ist das egal, sie betrachten mein Internetempfangsgerät, als „echten“ Fernseher und sie kassieren auch das gleiche, als besäße ich einen „echten“ Fernseher. Also sollte man annehmen, dass sie mir auch das gleiche liefern, wie denjenigen, die einen „echten“ Fernseher haben. Tun sie aber nicht.

Einer der wenigen Sendeplätze im ÖR-Fernsehen, wo man mal einen halbwegs aktuellen Spielfilm sehen kann, ist das ZDF-Montagskino, das schaue ich mir ganz gerne an. Nur sollte man sich als Internet-Kunde nicht darauf verlassen, dass man den Film dann auch sehen kann, denn jede zweite Woche erscheint dies hier:

Übrigens: Wenn es sich bei dem Film um eine Wiederholung handelt, die man bereits gesehen hat, irgendeine olle Kamelle, dann wird sie in der Regel auch gestreamt. Aber alles, was halbwegs schick ist, bleibt mir verborgen.

Worum handelt es sich hier? Ganz einfach, um Beschiss! Das ZDF behandelt mich wie einen Kunden zweiter Klasse. Meine Kohle nimmt man gerne, geliefert wird nicht. Aus meiner Sicht ist das Betrug. Davon abgesehen ist es ein Armutszeugnis, denn es offenbart, dass diese Sendeanstalt eben noch gar nicht im neuen Jahrtausend angekommen ist. Macht was!

Note to self: Konsum, allzuviel, allzuoft. Musik: Fink, Puts Marie, Feist.

Wir kleinen Menschen

Es gibt eigentlich keinen Grund, sich wegen des G20 Gipfels so zu überschlagen, wie es die Medien derzeit tun. Wer in welchem Hotel wohnt, ob jemand irgendwo campieren darf, wo man sonst auch nicht campen darf, ob irgendwelche Geschäftsinhaber weniger gute Geschäfte machen, ob man sich plötzlich ausweisen muss, bevor man nach der Arbeit in seine Wohnung zurückkehren kann, es interessiert mich nicht. Sicherlich gibt es Maßnahmen, die in einem demokratischen Rechtsstaat nicht vorkommen sollten, aber das gilt auch für die Schleier- und Rasterfahndung, die komplette Durchleuchtung unserer digitalen Kommunikation, die Anfertigung von Videoaufnahmen in meiner Stadt, während man einfach nur die Straße langgeht. Wir kleinen Menschen sind nur Risiko- und Kostenfaktoren. Wenn die wirklich Mächtigen mit den so genannten Mächtigen, die sich jetzt in Hamburg treffen werden, im Bett liegen, können wir nur Krümel sein, die allenfalls ein bisschen am Hintern scheuern. Krümel, die unsere Schwestern und Brüder (mit und ohne Uniform) alsbald beseitigen werden, weil es ihr Job ist. „Wie war dein Tag Schatz?“ „Ganz gut, ich hab sicher zwanzig linke Spinner verdroschen.“

Auf der Liste der zu ächtenden Steueroasen, die beim G20 verabschiedet werden soll, steht ein einziges Land „Trinidad und Tobago“. Mehr muss man nicht wissen, um zu erkennen, wie gründlich wir von morgens bis abends verarscht werden. China hat heute (im Gipfelrahmenprogramm) richtig viele Flugzeuge von Airbus gekauft. Bis sie ausgeliefert werden, werden sicherlich einige Regimegegner verhaftet, einige Verurteilte hingerichtet, ihre Organe zum Verkauf entnommen worden sein. Die Flugzeug-Ingenieurin kommt nach Hause, freudestrahlend. „Schatz, das klappt mit der Abteilungsleiterinnenstelle. Und wir können uns endlich die Tagesmutter leisten.“ Und er murmelt glücklich: „Dann kann ich ja wieder arbeiten gehen!“ Wir kleinen Menschen wissen zwar nicht so richtig, was wir wollen, umso besser aber, was wir sollen. Unsere Kanzlerin sprach vor ein paar Jahren mal von der „marktkonformen Demokratie“. Oh wir haben uns geschüttelt, aber tatsächlich glauben wir ganz fest an sie.

Uns kleinen Menschen hat man die neoliberale Denke inzwischen so gründlich eingebläut, dass wir uns nicht mehr zu zweifeln trauen. Zum Beweis kann man jede Leserdiskussion in jedem Onlinemedium zu den Themen Vermögens- und Erbschaftssteuer heranziehen.   Zwar stehen die Chancen nicht so gut, trotzdem warten wir immer noch auf den warmen Regen, der nicht kommen wird. Und wenn ein CDU-Generalsekretär sich nicht nur mal im Ton vergreift, sondern die Verachtung gegenüber denjenigen, die den Buckel krumm machen, mal einfach so ungefiltert rauslässt, so wie Herr Tauber jüngst, der übrigens nie in seinem Leben einen Job in der Realwirtschaft gemacht hat, dann werden sich immer genügend finden, die das auch noch feiern. Der kleine Mensch ist im Grunde doch auch nur ein Gernegroß. Die noch kleineren gehen nicht mal mehr wählen. Das ist übrigens eine Schande.

„Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge? Sie fragen euch: Wie alt ist er? Wie viel Brüder hat er? Wie viel wiegt er? Wie viel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen. Und wenn ihr den großen Leuten erzählt: »Ich habe ein sehr schönes Haus mit roten Ziegeln gesehen, mit Geranien vor den Fenstern und Tauben auf dem Dach …« werden sie sich das Haus nicht vorstellen können. Ihr müsst vielmehr sagen: »Ich habe ein Haus gesehen, das hunderttausend Franken wert ist.« Dann kreischen sie gleich: »Oh, wie schön!«“

(Der kleine Prinz, Antoine De Saint-Exupéry)

Note to self: Sommer, ich hasse ihn. Musik: Puts Marie, Beartooth, Jeb Loy Nichols, George Winston.

Apple’s cracking up (Skidman’s going ballistic)

Eine Meldung am Rande, sie erzürnt mich dennoch. Cupertino hat beschlossen, den Verkauf von kabelgebundenen Tastaturen und Mäusen einzustellen. Es gibt jetzt nur noch Bluetooth-Geräte. Das bedeutet: Immer leere Batterien im genau falschen Augenblick (incl. der damit verbundenen Umweltschweinerei), kein USB-Hub mehr an der Tastatur, das 5GHz-WLAN überlagert ja gerne das Bluetooth-Signal, dann geht gar nichts mehr (das Internet ist voll davon), mit Tastatureingaben vor dem Laden des Bluetooth-Treibers (Hackintosh Bootloader) ist es auch Essig: Ein Schuss in den Ofen, das Ganze.

Die kabelgebundenen Geräte sind fertig entwickelt, bereits seit Jahren am Markt etabliert, sie sind formschön, verlässlich, ausgereift. Das „Wired Keyboard“ ist die beste Tastatur, die ich je unter den Fingern hatte. Bluetooth ist hakelig, unzuverlässig, einfach unpraktisch. Und Kabel wird es auf meinem Schreibtisch immer geben, eins mehr, eins weniger: Wen juckt das schon? Sicher, die kabellosen Produkte lagen auch bislang jedem neuen Mac (außer dem Mac mini) bei, wer Kabel wollte, musste das bei der Bestellung angeben. Aber man hatte wenigstens die Wahl. Das ist vorbei.

Ach und übrigens: Das Kabel-Keyboard kostete im Fachhandel so um die 65-70€, für eine Tastatur dieser Qualität ein durchaus angemessener Preis. Die Bluetooth-Tastatur mit Ziffernblock (ohne geht nicht, wir reden hier über eine Tastatur, kein Spielzeug) kostet -Trommelwirbel- 149 Tacken. So wird man zur wertvollsten Firma der Welt, auf dem Rücken der treudoofen Kundschaft. Tja, Apple kann man nicht mehr ernst nehmen, was für ein Saftladen.

So, ich habe gerade noch zwei Kabel-Tastaturen im Internet geordert. Die lege ich mir ins Regal. Und wer weiß: Wenn die irgendwann abgenudelt sind, vielleicht verwendet der Skidman dann keine Rechner mit macOS mehr und auch keine anderen Produkte von Apple. Inzwischen ist er nämlich von diesem Scheißladen wirklich genervt.

Note to self: Contra und keine 90 und sich dann verwerfen, das liegt am Baumschnitt. Musik: The Afghan Whigs, Imelda May, The Heads are Zeros, Farsot.

10 Jahre „Just Skidding“

Uff, fast hätte ich das Jubiläum verpasst. Es ist wahr: Dieses Blog wird heute 10 Jahre alt. 870 Beiträge, das sind etwas mehr als 7 pro Monat, wurden verfasst. 251 Kommentare wurden abgegeben und dass, obwohl die Kommentarfunktion die meiste Zeit mehr oder weniger gesperrt war.

Ansonsten weisen die Statistiken aus, dass die durchschnittliche Zahl der Seitenaufrufe pro Tag deutlich unter 10 liegt. Im gesamten WordPress-Universum gibt es zwei Follower und wahrscheinlich insgesamt kaum eine Handvoll regelmäßiger Leser. Ehrlich gesagt beruhigt mich das zutiefst. „Just Skidding“ ist in erster Linie eine eigenhygienische Veranstaltung, etwas anderes war nie beabsichtigt. Deshalb habe ich mich auch sehr schwer damit getan, das Blog und die vorhandenen Inhalte aus der Nische (Strato Webblog mit sqlite Datenbank) rauszuholen und in die echte Blogosphäre zu verlagern.

Wenn ich mir die alten Inhalte anschaute, dann merke ich schon, dass der Skidman von vor 10 Jahren nicht der gleiche ist, wie der heutige. Andererseits sind diese 10 Jahre irgendwie auch ziemlich an mir vorbei gerauscht, aber wir wollen jetzt mal nicht sentimental werden, sondern es so halten, wie wir es immer gehalten haben: „Ohne Blumen und Musikkapellen“ (und wer die Herkunft dieses Zitats kennt, kriegt ein ganz reales Bier von mir spendiert). In diesem Sinne: Mal schauen, was „der tägliche Wahnsinn“ noch so an Ergüssen ergeben wird. Stay tuned!

Note to self: Und immer mit der Ruhe. Musik: Employed To Serve, American Standards, Facing The Swarm Thought.

50.000

Ein schöner Erfolg für das Aktionsbündnis: Zwar gab es Lücken in der Kette, trotzdem handelt es sich um den größten Massenprotest in der Euregio bisher. Wir hatten uns den Kilometer 69 ausgesucht, da war gut was los und die Kette geschlossen. Richtung Aachen.Richtung Maastricht

Note to self: Rosinenpicking 2.0: Geh doch zur Hölle Prinzessin. Musik: Beartooth, The Pretty Reckless, Royal Blood, Sólstafir.

Manspreading

Nein, ich wollte wirklich nicht darüber schreiben. Aber nachdem die Süddeutsche heute nachgelegt hat (SPON und Margarete Stokowksi hatten vorgelegt), kann ich nicht anders. Und zwar, weil mich die zugrunde liegende Verächtlichmachung inzwischen nicht nur wütend, sondern auch sehr traurig macht.

Also, es geht darum, dass Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln angeblich zu breitbeinig sitzen und damit andere einengen. Einen ähnlichen Begriff für Frauen gibt es auch, das nennt sich dann Shebagging. Zuerst ein paar sachlich, praktische Anmerkungen zum Thema: Tatsächlich sitzt man als Mann mit leicht ausgestellten Beinen bequemer. Das ist doppelt anatomisch bedingt. Erstens werden Sitze in Bussen usw. auf eine Durchschnittsgröße ausgelegt. Der Teil der Männer über diesem Durchschnitt ist beträchtlich. Zweitens haben wir da was zwischen den Beinen, was druckempfindliches.

Aber jetzt zum Kern der Sache und auch zum Grund, warum ich mich so aufrege: Kann man nicht einfach einfordern, dass man in Bussen und Bahnen respektvoll miteinander umgeht, Rücksicht nimmt und so weiter? Muss man wirklich das Geschlecht der Passagiere in diese Diskussion einflechten, so wie es jetzt spanische Feministinnen (und vorher amerikanische Feministinnen) tun? Nein, muss man nicht, es geht auch nicht um Männer, die breitbeinig sitzen. Worum es wirklich geht, folgt weiter unten. Ich fahre häufig Bus. Den Begriff „Manspreading“ kenne ich jetzt seit ca. zwei Jahren.  Seitdem achte ich darauf, wie meine Geschlechtsgenossen sitzen. Keinerlei Auffälligkeiten. Wer in der Regel als erster aufsteht, wenn es darum geht einem älteren Menschen seinen Platz anzubieten, das habe ich auch auch ganz genau beobachtet. Die Frauen sind es nicht.

Ob es die Frauen hören wollen, oder nicht: Dieser Wahnsinn hat Methode. Nehmen wir mal den so genannten Gender-Pay-Gap. Man schaut sich das unkorrigierte Lohndifferenzial an, dann verdienen Frauen angeblich 21% Prozent weniger als Männer. Diese statistische Größe bildet auch ab, dass beispielsweise eine Frau, die halbtags arbeitet, deutlich weniger verdient, als ein Mann, der den gleichen Job auf einer Vollzeitstelle macht (und vieles andere, was mit Diskriminierung gar nichts zu tun hat). Und trotzdem wird der „equal pay day“, der diese 21% zugrunde legt, jedes Jahr mit viel Tamtam begangen. Wenn man jetzt Forderungen stellen würde wie: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ oder „Eltern entlasten, Betreuungsangebote ausbauen!“ oder von mir aus „Gehaltsspreitzung bekämpfen – PflegerInnen und ErzieherInnen tragen unsere Gesellschaft“, dann wäre ich sofort dabei, man hätte eine Gerechtigkeitsdiskussion. Nein, die Feministinnen halten Schilder hoch, auf denen „Gender-Pay-Gap 21%“ steht. Um Gerechtigkeit geht es ihnen nicht.

Also, worum geht es? Es geht darum, eigene Machtpositionen zu errichten und auszubauen. Es geht darum, eine Hälfte der Menschheit verächtlich zu machen. Es geht darum, dass sich jemand schlecht fühlt. Vielleicht hat ja jemand Lust, mal zum Begriff „Hecession“ zu recherchieren. Wieder das gleiche Muster. Ah, offenbar inszeniere ich mich gerade als Opfer. So jedenfalls sieht es Julian Dörr. Der hat seine Lektion schon gelernt. Ich weigere mich beharrlich, daran wird sich auch nichts ändern. Der Artikel von Dörr: Was für ein Haufen Scheiße!

Note to self: Vielleicht lieber gehen? Musik: The Heads Are Zeros, Milking the Goatmachine, Facing The Swarm Thought, The Pretty Reckless.