Godspeed Aretha

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Find out what it means to me
R-E-S-P-E-C-T
Take care, TCB

Aretha Louise Franklin  25.03.1942 – 16.08.2018

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Dumm und oberflächlich

Und wieder so ein Artikel in der Onlinepresse, bei dem man sich nur an den Kopf fassen kann, diesmal von Till Raether im Magazin der Süddeutschen: Hört auf zu jammern, alte weiße Männer. Raether ist in meinem Alter, offensichtlich weiß und offensichtlich ein Mann. Und er stört sich nicht daran, dass „alte, weiße Männer“ inzwischen als sexistischer und rassistischer Kampfbegriff verwendet wird. Raether schreibt:

Ich gehöre zur Altersgruppe jener Männer, die derzeit in der westlichen Welt weit überwiegend das Sagen hat. Männer, die in den Sechzigern geboren wurden, und die jetzt an den kleinen und großen Schaltstellen der Macht angekommen sind (etwa jener, hier für Geld seine Meinung schreiben zu können). Aus Sicht aller, die nicht an diesen Schaltstellen sind, ist das alt.

Herr Raether, zählen Sie mal rasch durch: Auf jeden alten, weißen Mann, der gerade auf der Welt das Sagen hat, kommen ungefähr wieviele, die am Rand der Gesellschaft stehen, die schlecht bezahlte Ausbeuterjobs machen, keine gute Schulbildung bzw. Berufsausbildung haben, nicht für gutes Geld Artikel schreiben, sondern täglich ihre Knochen hinhalten? Das sind eben auch alte, weiße Männer und die sind immer auch gemeint, wenn der Begriff verwendet wird. Und genau darin liegt die Unsäglichkeit, der abgefeimte Chauvinismus. Warum blenden Sie das völlig aus?

Der Gedanke, dass man wegen seiner Privilegien Vorteile hatte und hat, ist unheimlich, weil dieser Gedanke die eigene Lebensleistung in Frage zu stellen scheint: Eigentlich, so hat es Sophie Passmann gerade schön formuliert, müsste man sich doch als Mann immer fragen, ob man einen Job nur bekommen hat, weil man ein Mann ist, und nicht wegen der Qualifikation. Warum ist es so schwierig, das einzusehen?

Weil es nicht stimmt. Habe ich es als Arbeiterkind auf das Gymnasium geschafft, weil ich ein Junge war? Aus meiner Grundschulklasse schafften es 7: 4 Mädchen, 3 Jungs, ich war der einzige Proletarier. Konnte ich mir nach dem Abitur meinen Studienort im gewünschten Fach aussuchen, weil ich männlich war? Nein, ich hatte einfach den nach NC vorgegebenen Notenwert. Die meisten, die besser waren, waren junge Frauen. Habe ich einen Diplomabschluss „cum laude“, weil ich ein Mann bin? Nein, ich habe gegen Ende der Studienzeit hart dafür gearbeitet, in meinem Semester waren 7 von 10 Absolventen weiblich. Habe ich jetzt einen schlecht bezahlten Job und einen entsprechend bescheidenen sozialen Status, obwohl ich ein Mann bin? Nein, mir fehlte es an Biss und Einsicht und ich kann deshalb gut damit leben, dass im Freundes- und Bekanntenkreis im Durchschnitt die Frauen die besseren Jobs haben. Ich hatte insgesamt Glück, in einem wohlhabenden Land in Europa geboren zu sein, muss ich mich dafür rassistisch beleidigen lassen?

Und noch etwas zum Thema „Einsehen“: Wenn man es im Leben nicht packt und zufällig schwarz ist, dann liegt das Scheitern immer darin begründet, dass man Rassismusopfer ist. Kriegt man es nicht hin und ist eine Frau, dann ist man stets Opfer von sexistischer Diskriminierung. Scheitert man und ist weiß und männlich, dann ist man selber schuld. Denken Sie da mal gründlich drüber nach.

Unsere Gesellschaft beruht auf dieser ungleichen Machtverteilung, von den Bildungs-, Job- und Wohnungschancen, der politischen Repräsentation, der Wohlstandsverteilung, der Strafverfolgung bis hin zum medialen Echo auf »MeTwo«. Und nicht nur das: Jeder weiße Mensch ist hierzulande in dem unausgesprochenen Bewusstsein aufgewachsen, dass weiß zu sein die Norm ist, und dass alle anderen anders sind. Wir Weißen konnten uns erlauben, den Rassismus um uns herum nicht wahrzunehmen, weil wir nie unter ihm zu leiden hatten.

Das ist kompletter Blödsinn. Die Norm in der Straße, in der ich groß geworden bin, war eben genau nicht deutscher Abstammung zu sein. Wir waren ein bunter Haufen. Als Gymnasiast bekam man auch schon mal auf die Fresse, eben weil man nicht auf die Hauptschule ging. In meiner Gymnasialklasse waren Griechen, Italiener, ein Afghane, Türken und Spanier und es gab nie auch nur eine rassistische Beleidigung. Es waren die frühen 80er, man hatte anderes im Kopf, Umweltzerstörung und atomare Überrüstung und uns war klar, dass es uns erwischen würde, egal welche Wurzeln wir hatten. Und egal welche Abstammung, alle sprachen deutsch, so wie Muttersprachler es tun, denn das war eine wichtige Norm. Und die allermeisten strengten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an, etwas aus sich zu machen, denn auch das war normativ. Natürlich, auch zu dieser Zeit gab es Mobbing und Ausgrenzung, aber mit dem Geschlecht oder mit der Abstammung hatte das nichts zu tun. Xenophobie erzeugt Rassismus (vielleicht auch Sexismus?), und sie ist ein sozialpsychologischer Reflex, von dem man sich im Grunde genommen kaum freimachen kann. Insofern ist Xenophobie kein Vorrecht der Weißen.

»Weiße Zerbrechlichkeit«, das trifft sehr gut, was passiert, wenn alte weiße Männer sich dagegen wehren, alte weiße Männer genannt zu werden. Es tut weh, weil es sich ungerecht anfühlt, für etwas angegriffen zu werden, das man sich nicht ausgesucht hat, und was ja per se auch nichts Schlechtes ist, und deshalb reagiert man empfindlich und zerbrechlich und beleidigt zurück, von oben nach unten. Ja, keiner von uns hat es sich ausgesucht, alt, weiß und ein Mann zu sein. Aber jeder einzelne sucht sich aus, ob er weiter auf Kosten anderer davon profitieren möchte.

Sie verstehen es nicht, Herr Raether. *Sie* befinden sich in der Filterblase der Privilegierten. *Sie* haben profitiert, oder glauben das wenigstens. *Sie* haben den Begriff bereits als disqualifizierendes Etikett für Menschen abgespeichert, die ihre Macht missbrauchen, manipulativ und ungerecht und eben nicht schwarze Frauen sind, und können seinen rassistischen und sexistischen Kern gar nicht mehr erkennen. Ich bin bestimmt kein  Fan von Jan Fleischhauer, aber seine jüngste Kolumne zu doppelten Standards, die sich mit den zutiefst rassistischen Tweets einer „Woman of colour“ beschäftigt, sei Ihnen zur Lektüre empfohlen. Und ganz zum Schluss: Wer wie Sie Äußerungen, die eine faire und von gegenseitigem Respekt geprägte Debatte an dieser Stelle einfordern, als „Jammern“ abqualifiziert, der sollte sich mal an den Hintern fassen und nachschauen, ob er noch da ist.

Note to self: Ein Drittel ist geschafft. Durchhalten. Musik: Frontierer, Babes in Toyland, Backyard Babies, Geisterfahrer, Thou.

Unmut

Nein, man soll sich nicht mit fremden Federn schmücken, aber der folgende Beitrag von Stephan Elinghaus in der Newsgroup de.alt.talk.unmut (Weiß noch jemand da draußen, was das Usenet ist? Dieser Teil des Internets, der nicht klickibunti ist, wo man unter seinem richtigen Namen postet und sich allein schon deshalb zweimal überlegt, was man veröffentlicht? Wo es kein „Gefällt mir“ gibt, wo keine Informationen zu Werbezwecken ausgewertet werden? Ah, dachte ich mir!), der ist einfach zu gut.

Newsgroups: de.alt.talk.unmut
Subject: Unmut über mich
From: Stephan Elinghaus <310718.7.seli@spamgourmet.com>
Date: Tue, 31 Jul 2018 13:57:23 +0200
User-Agent: slrn/1.0.3 (Linux)

Lieber Freund,

ja, ich habe beruflich viel mit Computern zu tun – arbeite ich doch in einem Rechenzentrum. Du kannst mich natürlich gerne fragen, ob ich auch Deinen Computer reparieren kann, denn schließlich ist das ja dasselbe. Nein, es macht mir nichts aus, auch nach Feierabend weiterhin für andere – natürlich unentgeltlich – tätig zu werden. Gerne auch an Wochenenden oder Feiertagen, und natürlich auch abends bis in die Nacht. Es macht mir nichts aus, denn ich mache das gerne. Schließlich mache ich solche Sachen den ganzen Tag und kann nie genug davon bekommen. Und wieso sollte sich Dein Computerproblem wesentlich von dem unterscheiden, was ich tagtäglich mache? Ist doch alles dasselbe. Und schließlich biete ich gerne die 24/7-Hotline an, denn ich bin ja so hilfsbereit.

Und Du kannst ja nichts dafür daß dieses blöde, aber enorm wichtige Dokument, welches seit acht Wochen überfällig ist und Dem Du Dich leider, leider, leider erst jetzt am Samstag Abend um 22:17 Uhr annehmen konntest, sich jetzt nicht drucken läßt. Ist nicht Deine Schuld. Schuld sind der Drucker und der blöde PC.

Und wenn es am Telefon um einen nicht druckenden Drucker geht merke ich natürlich sofort, an was das liegt. Deine äußerst detaillierte Fehlerbeschreibung „geht nicht“ ist für jemanden wie mich vollkommen überflüssig: ich erkenne das Modell, das Betriebssystem, die gesamte Hard- und Software sowie alles, was jemals damit gemacht worden ist, am Klang des Telefonklingelns und habe selbstverständlich sofort die passende Lösung parat.

Und nachdem Fernwartung sowieso von vorne herein ausscheidet, fahre ich gerne die 17 Km durch die Nacht. Ohne Frage nehme ich mir vor Ort gerne noch Zeit, die vielen anderen Probleme, über die Du dich schon lange geärgert hast, gleich mitzumachen.

Und jetzt, wo der Drucker wieder läuft, kann ich mir natürlich auch gleich mal anschauen, warum denn im Internet plötzlich so viel Werbung erscheint und Dein neues Spiel nicht mehr startet. Es versteht sich von selbst, daß ich Dir auch bei der Einrichtung Deiner tollen neuen, über das Handy steuerbaren Lampe helfe, die Du im Baumarkt mitgenommen hast. Es ist nicht Deine Schuld, daß der Hersteller zu doof ist, eine korrekte Anleitung zu schreiben. Er weiß nichtmal, daß es das „YOUR_SSID“-WLAN hier gar nicht gibt. Wahrscheinlich gibt’s das nur in China.

Und selbstverständlich richte ich Dir das Backup ein, denn sowas ist ja ungemein wichtig, wie Du schon immer gewußt hast. Daß Du keins hast ist sowieso nur die Schuld der anderen, denn die lassen Dir einfach keine Zeit für solch völlig belanglosen Aufgaben. Schließlich bin ich rein zufällig sowieso gerade da. Du brauchst nicht zuzuschauen, wie das funktioniert und kannst Dich selbstverständlich wichtigeren Aufgaben widmen. Wenn später was unklar ist, was die Bedienung angeht, kannst Du Dich ja dann einfach wieder melden. Gerne auch wieder nachts.

Daß sich manche Freunde immer nur dann melden, wenn sie irgendwelche technischen Probleme haben, ist nicht Deine Schuld. Du bist schließlich eine äußerst wichtige und sehr beschäftige Persönlichkeit. In Deinem Beruf als Fliesenleger hat man gerade heutzutage viel zu tun, wo doch jeder ganz dringend einen Handwerker sucht. Ich hätte da auch ein Bad mit einem Fliesenproblem. Aber das konntest Du leider nicht mehr hören. Es war nicht Deine Schuld, daß der Hund jetzt ganz dringend Gassi gehen mußte und Du danach leider keine Zeit mehr hast. Und schließlich hast Du Feierabend und noch dazu ist Wochenende. Das verstehe ich natürlich, denn wer die Woche über arbeitet, der braucht auch mal seine Ruhe.

Und überhaupt ist es sowieso schon so spät. Da willst Du mich auch gar nicht länger aufhalten.

Das kommt mir alles seltsam bekannt vor.

Note to self: Mach et Otze! Musik: Deafheaven, Florence and the Machine, Altered Perceptions, Phasma.

FRA vs. CRO 4:2

Gesehen: 90 Minuten, gute Unterhaltung

Das Spiel: Es spielte eine extrem clevere Mannschaft gegen eine tolle Truppe, die ihr Herz in die Waagschale warf. Sehr viel in diesem Spiel sprach für die Kroaten: Sie gewannen mehr Zweikämpfe, liefen mehr, hatten mehr Ballbesitz, waren über weite Strecken aufmerksamer, taktisch geschickter und wollten es mehr. Warum sie das Spiel nicht gewannen? Aus zwei Gründen: Sie wurden vom Schiedsgericht massiv benachteiligt und Frankreich schlug in der zweiten Hälfte innerhalb von 5 Minuten zweimal eiskalt zu. Der Freistoß vor dem Führungstor der Franzosen war ein Witz, der Strafstoß ebenso. Der Schiedsrichter machte zahlreiche weitere Fehler: Abstöße, die zu Eckbällen wurden. Irreguläre Einwürfe, die nicht geahndet wurden. Abschläge 3 Meter außerhalb des Strafraums. Kroatien spielte weltmeisterlich, Frankreich fiel zum wiederholten Male durch unfaires extremes Zeitspiel und fiese kleine Fouls auf. Aber so wird man eben Weltmeister. Die „Equipe Tricolor“ bescherte dem Autor den Sieg in der Cliquen-Tipprunde. Also, was solls.

Ergebnis gerecht?: Nein, das Finale wurde verpfiffen

Depp des Spiels: Néstor Pitana, unterirdisch

Spruch des Spiels: „Da setzt sich Kylian Mbappé erst mal auf den Boden.“ (Béla Réthy)

RUS vs. CRO 5:6

Gesehen: 120 Minuten, Drama Baby

Das Spiel: Keine Ahnung, warum sich die Kroaten den hektischen Stil der Russen aufzwingen ließen. Eine Mannschaft mit *der* Erfahrung und *den* Spielerpersönlichkeiten sollte abgeklärter sein (und in der Kabine keine faschistischen Lieder singen). Aber die Russen, getragen vom begeisterten Publikum, standen hoch, waren überall und gingen nach einer halben Stunden durch einen sehr schönen Fernschuss von Denis Cheryshev in Führung. Kroatien wirkte ein bisschen konsterniert, foulte ziemlich viel und kam gar nicht zurecht. Nach einer Viertelstunden kamen sie durch einen der wenigen strukturierten Angriffe zum Ausgleich, weil die Russen nicht verteidigten, sondern irgendwas anderes machten, vielleicht schon vom Finale träumen. So gings in die Pause. Die zweite Hälfte war ein grausames Stück Fußball fast ohne Torraumszenen. Schnell vergessen. Die Verlängerung begann mit einem schwer angeschlagen kroatischen Torwart (Oberschenkelzerrung), einem schwer angeschlagenen kroatischen Midfielder (auch was Muskuläres) und einem unrund laufenden kroatischen Stürmer. Und alle waren sie platt. Die Russen begannen sich aufs Elfmeterschießen zu freuen. Der Schiri, der 90 Minuten lang jeden Pups gepfiffen hatte, ließ jetzt alles laufen. Nach einer Ecke dann endlich der hoch, hoch, hochverdiente Führungstreffer für die Kroaten. Vida, der Mann mit dem Pferdeschwanz. Russland rannte jetzt mit Herz und Mut an, Kroatien verteidigte mit den letzten Körnern. Der Ausgleich nach einem ganz und gar überflüssigen Freistoß (Dummes Handspiel). Gut getreten, gut geköpft. 2:2. Hammer! Zum Elfmeterschießen nur so viel: Der Torschütze zum späten Ausgleich traf das Tor nicht. Hero to Zero in knapp 15 Minuten.

Ergebnis gerecht?: Oh ja. Russland hatte ein großes Herz, Kroatien die bessere Mannschaft.

Mann und Depp des Spiels: Mario Fernandez

Spruch des Spiels: „Tja, ist noch nicht so viel passiert in der zweiten Hälfte.“ (Gerd Gottlob in der 82. Spielminute)

SWE vs. ENG 0:2

Gesehen: 90 Minuten

Das Spiel: Kein großes Spiel. Die Engländer waren besser bei Standards und beim Kopfballspiel, brachten aber aus dem Spiel nicht viel zustande. Wesentlich schwächer als in den Spielen zuvor. Vor allem am Anfang merkte man der jungen Mannschaft ihre Nervosität an. Die Schweden agierten fleißig aber bieder und nutzen eben keine ihrer wenigen Chancen. Sie konnten nach dem Rückstand taktisch nicht adäquat reagieren und nicht noch einen drauf legen. England wurde eigentlich nicht gefordert, hat aber jetzt nach 28 Jahren wieder einmal ein Halbfinale bei einer WM erreicht und das verdient Anerkennung.

Ergebnis gerecht?: Jaja.

Mann und Depp des Spiels: Dele Ally: Beim Tor einfach riesig, bei seiner Auswechslung einfach ein Riesenarschloch.

Spruch des Spiels: „Der ging so ein bisschen in die Wolga.“ (Matthias Opdenhövel beschreibt einen Fehlschuss der Engländer)

BRA vs. BEL 1:2

Gesehen: 90 Minuten, tolles Fußballspiel

Das Spiel: Brasilien zunächst mit Vorteilen in einem offenen Schlagabtausch, da hatte die belgische Defensive ein wenig Glück. Die „roten Teufel“ wussten dann im Mittelfeld durch geschickte, höllisch flotte Kombinationen zu überzeugen, wobei sich besonders Hazard, De Bruyne und Lukaku hervortaten. Die Führung für Belgien durch ein Eigentor nach Ecke war glücklich, besser machen sie es kaum 15 Minuten später nach einem schnellen Vorstoß, einem sehr guten Pass von Lukaku auf Kevin De Bruyne, der mit einem trockenen, humorlosen Flachschuss aus 20 Metern neben den linken Pfosten abschloss. Die Führung zur Pause war verdient. Noch besser: Keine hässlichen Fouls, keine Schwalben, kein Hantier. Zwei Weltklassemannschaften die sich gegenseitig respektierten. Nach dem Pausentee zog sich Belgien zurück und Brasilien gab sich Mühe, in jeder Beziehung. Erster Tiefpunkt der Partie war Neymars Schwalbe in der 52. Minute. Vier Minuten später hätte es aber Strafstoß für Brasilien geben müssen. Die Selecao erhöhte den Druck und jetzt kam es schon zur einen oder anderen unschönen Szene mit Simulantentum und Zeitspiel. Belgien hatte unter anderem auch einen hervorragenden Schlussmann, der erst in der 76. Minute durch ein Kopfballtor von Renato Augusto überwunden wurde. Die Belgier waren in den letzten Minuten stehend K.O., konnten auch deshalb nicht clever den Ball halten und waren bis zum Schluss unter Druck. Es reichte nicht mehr, Belgien steht im Halbfinale.

Ergebnis gerecht?: Tja. Brasilien schoss 27 mal aufs Tor, Belgien 8 mal. Sagen wir mal so: Mich freuts für das tolle belgische Team, das glücklich gewann.

Mann des Spiels: Eden Hazard

Spruch des Spiels: „Aber er steht noch… …nee, jetzt nicht mehr.“ (Béla Réthy, Neymar wird an der Außenlinie behandelt)