#metoo

Beim Kunden. Hektik, ist anscheinend viel kaputt gerade. Auch der Rechner der Chefsekretärin. Sie, eigentlich eher der Kumpeltyp, kommt auf mich zu. Legt mir die Hand auf den Arm. „Herr Skidman, meinen Rechner machen Sie aber als erstes, oder?“ Die Hand liegt immer noch auf dem Arm, sie steht ein bisschen zu nah. Soll ich jetzt zurückweichen, oder was soll ich machen? Ich mache ihren Rechner als erstes.

Beim anderen Kunden. Die Chef-MTA hat Probleme beim Faxen. Während ich mich an ihren Arbeitsplatz setze, legt sie mir die Hand auf die Schulter. Die bleibt da liegen. „Das kriegen Sie doch schnell hin, oder?“ Ich kriege es schnell hin.

Ich wollte wirklich nicht darüber schreiben, aber was inzwischen hierzulande abgeht, ist ja wohl nicht mehr normal. Nein, ich werde sexistische Übergriffe von der dummen Anmache bis hin zur Vergewaltigung natürlich nicht schönreden. Aber ich werde auch nicht akzeptieren, dass ich zum Täter gemacht werde, weil ich ein Mann bin.

Andere haben Glück bei der Partner- und Berufswahl. Ich hatte Glück mit meinen Eltern. Die haben mich zu einem Menschen erzogen, der Mitmenschen grundsätzlich mit Höflichkeit und Respekt begegnet, egal ob Frau, Mann, Leitender Angestellter, Penner, Deutscher, Ausländer, Hetero, Schwuler, Greis oder Kind. Sonst könnte ich nicht mehr in den Spiegel schauen.

Wenn ich Bus fahre, setze ich mich nie neben Frauen. Muss ich im Gang an ihnen vorbei, tue ich alles, um sie möglichst nicht zu berühren. Ich vermeide Blickkontakte mit ihnen. Meist gucke ich zu Boden. Nicht nur, weil ich ein fetter, kahler Sack bin, sondern weil ich voller Angst bin, eine könnte aus irgendeinem Grund anfangen wegen mir loszuplärren. Dann ist man nämlich final gearscht, egal was man sagt, egal, was man getan, oder eben nicht getan hat. Semper aliquit haeret.

Die pauschale Verächtlichmachung der Männer hat eine neue Stufe erreicht. Herzlichen Glückwunsch dazu, ihr kriegt uns schon noch ganz kaputt.

Note to self: Lass es raus, tut dir gut. Musik: Keine, Fußball.

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