Tatschbar

Schreib doch noch mal was über Apple! Na gut, mach ich. Gestern hatte die wertvollste Firma der Welt zum zweiten Großereignis des Jahres geladen. Nachdem man kürzlich das neue iPhone nebst weiteren Neuerungen der iOS-Plattform vorgestellt hatte, sollte es gestern um den Macintosh gehen. Da ich mir im nächsten Jahr ein neues Laptop zulegen möchte, weil auf dem Macbook aus dem Jahr 2007 inzwischen kaum noch aktuelle Software läuft (und der eine oder andere Kunde sichtbar die Augenbrauen lupft), habe ich mir die Keynote nach einigen Jahren Pause tatsächlich live per Internet-Stream angeschaut. Das hätte ich auch lassen können.

Vorgestellt wurde hauptsächlich das neue MacBook Pro mit einem ganz und gar spektakulären Feature: Der Touchbar. Das ist ein OLED-Streifen oberhalb der Tastatur, auf dem bedienbare Elemente angezeigt werden, die sich natürlich je nach Programm ändern und vom Benutzer angepasst werden können. Daran will ich nichts kritisieren so lange ich die Berührbar noch nicht selbst unter den Fingern hatte, innovativ ist das Ganze sicherlich.

Die übrigen Features sprechen wieder mal eine eindeutige Sprache: Wenn es darum geht, die berühmten alten Zöpfe abzuschneiden, dann macht Apple keiner etwas vor. Das neue Pro-Laptop kommt ausschließlich mit Thunderbolt 3 Schnittstellen (USB-C-Buchse), davon gibt es zwei bis vier. Das größere Modell hat überdies eine 3,5″-Klinkenbuchse für Kopfhörer oder Boxen und das war es. Und natürlich wurde wieder mal ausführlich darüber berichtet, dass das neue Gerät dünner und leichter geworden ist. Das scheint bei den Cupertinos inzwischen ja am wichtigsten zu sein.

Die Systemarchitektur entspricht der Intel-Skylake-Plattform. Leider hat sich Apple beim Arbeitsspeicher erneut für lpDDR3 entschieden. Der spart Strom, muss aber fest verlötet werden und bei 16GB ist Schluss. Für ein Profigerät, das auch für Videoschnitt und Audiobearbeitung konzipiert sein soll, ist das ein bisschen mager. Außerdem stößt sauer auf, dass die Einstiegsmodelle mit nur 256GB SSD ausgeliefert werden. Das ist heutzutage einfach peinlich.

So, folgendes Szenario: Der motivierte IT-Dienstleister (das bin ich) bricht zum Kunden auf, weiß nicht genau, was dort auf ihn zukommt und rüstet sich entsprechend. Bis jetzt habe ich einfach mein Macbook nebst Netzteil, ein Netzwerkkabel, den dem MB beiliegenden MIni-DP-DVI-Adapter, einen Notizblock, einen Kuli und einen Kreuzschlitzschraubendreher mittlerer Größe eingepackt und habe eigentlich nie etwas vermisst.

Würde ich mir jetzt das neue MacBook Pro zulegen, müsste ich folgendes extra einpacken: Ein optisches Laufwerk (ja, das ist IT-Wirklichkeit), einen Adapter USB-C auf Ethernet, einen Adapter USB-C auf USB-A, einen Adapter USB-C auf DVI, einen Adapter USB-C auf Firewire. Würde ich das kleinere Modell wählen, müsste ich mir außerdem einen Multiadapter kaufen, um das Gerät im Bedarfsfall während der Arbeit aufladen zu können. Ich sage: Das ist ein klarer Rückschritt. Was Apple an Gewicht spart, wiegt der Adapterzoo locker auf.

Und zum Schluss: Was dürfte denn so ein Gerät kosten? Naja, aufgrund meiner täglichen Erfahrung mit so allen möglichen Laptops (Mac/PC) aller Preisklassen, vom Einsteigergerät bis zur mobilen Workstation sollte sich für um die 1000 Ocken eigentlich was machen lassen. Schauen wir mal in den AppleStore: Wenn ich 512GB Massenspeicher haben will, muss ich -Trommelwirbel- 2.199,- € auf den Tisch legen, dazu kommt noch ein optisches Laufwerk, ein Adapter USB-C auf Ethernet, ein Adapter USB-C auf USB-A….

Das ist, kurz und bündig, eine Unverschämtheit.

Das neue Laptop wird ein Thinkpad, fertig. Die spinnen doch komplett.

Note to self: Urlaub, Urlaub, Urlaub. Musik: Devin Townsend Project, Opeth, An Autumn For Crippled Children, Orphaned Land, The Motion Mosaic

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