Kopf auf

KA

und wenn wir
unsere weichsten Stellen
darböten
mit dem Wissen
dass die Hartherzigen
ohnehin keine Gnade kennen
könnten wir dann
wenn uns das
eigentlich nicht vorhandene
Schicksal
treffen will
verbunden
das heisst nicht wundversorgt
gemeinsam
das heisst nicht einsam
zusammen
das heisst versammelt, gesammelt und gefasst
sein?

New Hack in town

NUC

Ich konnte nicht anders: Der Plan reifte heran, als ich Ende letzten Jahres mitbekam, dass die abgespeckte Baureihe des Intel NUCs ohne Ethernet und ohne USB 3 regelrecht herausgeramscht wurde. Am liebsten hätte ich sofort losgelegt, andererseits konnte ich das Projekt irgendwie nicht rechtfertigen, auch wenn ein ultrakompakter Hackintosh immer schon ein Faszinosum für mich war. Über Monate hatte ich die Angebote für Mini-ITX-Mainboards auf ebay beobachtet, nur um dann immer festzustellen, dass der Gesamtpreis für alle Komponenten in Summe doch ziemlich utopisch war.

„Nano“ (Intel NUC DC3217BY) ist natürlich noch viel kompakter als die ITX-Plattform, hat kein Audio out (aber ich hatte da noch ein Edirol Audio-Interface in der Schublade), besitzt nur 3 USB-Buchsen, dafür aber schnelles WLAN und sogar eine Thunderbolt-Schnittstelle, mal schauen, was ich da reinstecke.

Die Installation des Kistchens erwies sich doch als ziemlich anspruchsvoll, auch für mich alten Hackintosher, aber nach BIOS-Update, Unibeast, Multibeast, Anpassungen des Boot1h-Files, Injektion von Device-Properties für die Integrierte Grafik, Einspielen des 10.9.2 Combo-Updates und Umschiffung von Kernel Panics wegen einer nicht gepatchten AppleIntelCPUPowerManagement.kext funktioniert „Nano“ (sogar ohne DSDT.aml) 100% inklusive CoreImage, QuartzExtreme, SpeedStepping und Ruhezustand und bootet bereitwillig aus dem UEFI-BIOS.

Vielleicht noch ein Wort zu den Kosten: Ich hatte noch ein paar Komponenten am Lager, die beim Ausschlachten defekter Rechner übrig geblieben waren. So wie er jetzt da steht, hat der zwergenhafte Hackmac mich keine 200€ gekostet. Gegenüber dem günstigsten Mac mini für 600€ hört sich das extrem günstig an. Wollte man aber mit einem besser ausgestatteten Intel NUC einen mini nachbauen (Intel Core i5, Bluetooth, Audio In/Out, Infrarot-Sensor, USB 3), käme man unter 500€ kaum weg. Und dann lohnt sich das Projekt eigentlich nicht mehr.

Note to self: Ich hasse DHL, den größten Saftladen auf der Welt und seine inkompetenten, faulen Mitarbeiter. Zur Hölle mit euch. Musik: Keine, Snooker-WM im Live-Stream.

Staubfänger

DF

Viel ist geschrieben worden über die Ähnlichkeit von Hund und Herrchen, oder darüber, dass man vom Automodell auf Charaktereigenschaften des Halters schließen kann. Das gleiche gilt ohne Zweifel für Computer: Ein Mensch, der auf dem Windows-Desktop seines beim Discounter erstandenen Miditowers nach fünf Jahren Nutzung immer noch die Verknüpfungen zu dem bei Auslieferung vorhandenen Softwaremüll hat, kann nur ein zaghafter Angsthase sein. Intel- und Windowsaufkleber auf bereits jahrelang genutzten Laptops zeugen von mangelndem Selbstbewusstsein. Dann gibt es natürlich auch das andere Extrem: Nutzer, die als Wallpaper ein Selfie im knappen Badehöschen verwenden, oder ein Foto ihres Autos (oder ihrer Frau!).

Mögen die Computernutzer noch so unterschiedlich sein, eines haben die meisten doch gemeinsam: Der Rechner wird niemals geöffnet, seine Innereien interessieren nicht, jagen gar Angst ein. Für manche Zeitgenossen scheint das Innere des Rechners dem Inneren des Siphons unter dem Spülbecken zu ähneln: Man benutzt ihn täglich, will aber gar nicht wissen, was darin ist und beseitigt unerwünschte Überreste nur bei Verstopfungen. Dem mit Upgrade oder Reparatur beauftragten Dienstleister bleibt folglich ziemlich häufig die Luft weg, wenn er einen Patienten öffnet. Und mit schöner Regelmäßigkeit sind es gerade die Geräte aus besonders aufgeräumten Haushalten deren Verstaubungsgrad jeder Beschreibung spottet.

So landet mancher Delinquent zunächst mal auf dem Balkon und wird mit Pinsel und Tüchlein verarztet und in besonders extremen Fällen wird diese Reinigung auch in Rechnung gestellt. Schlimm ist das nicht, im Gegenteil: Die sauberen Rechner sind die harten Nüsse und schweren Fälle, die verbastelten Teile der Frickler und DIY-Anhänger, bei denen man auch schon mal DDR-RAM in DDR2-Sockeln eingeflanscht findet, oder PCIE-Karten in PCI-Steckplätzen, oder Prozessoren, die über und über mit Wärmeleitpaste verkleistert sind.

Dennoch rufe ich allen Usern zu: Entstaubte Rechner sind leisere und manchmal sogar schnellere Rechner (Stichwort Thermal Throttling). Und zumindest die Verwender von klassischen Desktop-Modellen sind doch in zwei Minuten mit der Reinigung fertig. Laptop- und All-In-One-Nutzer basteln oder beauftragen den Fachmann.

Note to self: Still, klar und gut. Musik: Clutch, Austin Lucas, Behemoth.

Da lachen ja die Höhner…

A

…und dann bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Wie muss man drauf sein, um solche Zettel überall in der Stadt aufzuhängen (ca. 10 zwischen Dreiräubereck und RWTH-Hauptgebäude heute gezählt)? Welches psychologische Drama verbirgt sich dahinter? Und schließlich: Wenn der Urheber des Zettels nun wirklich mehr wüsste, als wir, was dann?

Note to self: Aldiness ist der neue Ugliness. Musik: Heathen, Chumbawumba, Clutch, Combustible Edison, Cannonball Adderley.

Liebe Frau Lüpke-Narberhaus,

da will man die Welt, zumindest aber die SPON-Leser, aufrütteln und dann geht die Angelegenheit so bitter in die Hose, es ist schon ein Drama. Im verlinkten Artikel geht es um den in einer Studie ermittelten statistischen Zusammenhang zwischen Prüfungsnoten, Geschlecht (und Herkunft) beim ersten Staatsexamen im Fach Jura an drei NRW-Unis. Kurz gefasst: Kandidatinnen schneiden signifikant schlechter ab als ihre männlichen Kollegen. „Diskriminierung!“ schreien Sie aus vollem Hals Frau Lüpke-Narberhaus. Was für ein Skandal!

Ein paar Zitate aus dem Artikel:

„Das Resultat erschreckt: Frauen schneiden im Examen knapp zehn Prozent schlechter ab, bei gleichen Leistungen und Voraussetzungen.“

Sehen Sie, Frau Lüpke-Narberhaus, die Examensnote wird hauptsächlich über das Ergebnis aus einer Reihe von Klausuren gebildet, diese werden in anonymer Form, nur versehen mit der Matrikelnummer, abgegeben. Eine diskriminierende Bewertung ist mithin ausgeschlossen. Die Juristen schreiben Aufsätze. Wie sollen zwei Aufsätze das exakt gleiche Leistungsvermögen abbilden? Dann müssten sie ja bis auf den flüchtigen Komma-Fehler identisch sein.

„Frauen starten mit besseren Abiturnoten (2,05) ins Studium als Männer (2,22), werden dann aber abgehängt: Sie schneiden im Schnitt im Examen um 0,3 Punkte schlechter ab.“

Ja, so ist das: Männer erhalten schlechtere Abiturnoten, weil sie eben ein bisschen blöder als Frauen sind. Die schlechteren Noten für Frauen an der Uni können also nur Ergebnis von Diskriminierungen sein. Frau Lüpke-Narberhaus: Die Abiturnoten werden hauptsächlich von Lehrerinnen vergeben, die ihre Prüflinge genau kennen, auf der Abiturklausur steht natürlich auch der Schülername. Auch wenn manche Frauen das nicht gerne hören: Jungs und Männer werden im Rahmen ihrer Schulausbildung systematisch und massiv benachteiligt. Das ist seit Jahren bekannt, geändert wurde bislang nichts, weder von Frau von-der-Leyen, noch von Frau Schäfer, noch von Frau Schavan, noch von Frau Wanka, noch von Frau Löhrmann, noch von Frau Kurth. Jetzt sind Sie dran, Frau Lüpke-Narberhaus.

„Fest steht für Traxler und seine Kollegen: Frauen bringen das Potential mit, das zeigen ihre Abiturnoten. Sie werden im Jura-Studium allerdings nicht richtig gefördert: „Darüber müssen wir uns bei der Gestaltung der Lehre und der Prüfungen mehr Gedanken machen.““

Soso, wissen Sie, was ich viel interessanter finde? Einen der abschließenden Sätze aus der Studie, dort heißt es nämlich:

„Sowohl bei dem Geschlechts- als auch beim Herkunftseffekt können wir eine Diskriminierung weder mit der notwendigen Gewissheit ausschließen noch sie nachweisen.“

Und wissen Sie, Frau Lüpke-Narberhaus, woran das liegt? Das liegt an dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Ich glaube, dass ich mich da ein bisschen auskenne, weil ich im Rahmen meiner eigenen universitären Ausbildung etwa 6 Jahre lang multikorrelative Parameterstudien betrieben habe. Wenn es um statistische Signifikanz und Relevanz, rotes und weißes Rauschen und die Konsequenzen daraus geht, kann ich einigermaßen mitreden. Und wenn ich die Zahl der Störche in der Bundesrepublik mit der Zahl der Neugeburten in Zusammenhang bringe, dann habe ich eine positive Korrelation, aber, wie jeder Nichtbiologe hoffentlich weiß, ganz bestimmt keine Kausalität.

Frau Lüpke-Narberhaus, wissen Sie was. Tun Sie sich mit ihrer Schwester im Geiste, Frau Annette Ramelsberger, zusammen. Die hat letztens nachgewiesen, dass Frauen nicht nur die besseren Menschen, sondern vor allem die besseren Richter sind. Vergießen Sie ein paar Krokodilstränen ob der ach so furchtbaren geschlechtsspezifischen Benachteiligung in Deutschland, unter der die Frauen so grausam leiden. Und dann raffen wir uns alle gemeinsam aus und ändern das von Grund auf, in Kita und Grundschule fangen wir an. Frau Lüpke-Narberhaus, Sie werden sich wundern, das kann ich Ihnen flüstern.

Note to self: Besser beim Zähneputzen als den ganzen halben Arbeitstag. Musik: Jazzmatazz, Helmet, I Mother Earth, Hypocrisy, Fantômas, Tiger Flowers.

ausgelaufen

einfach einen vollschwallen
irgendeinen
einfach berichten von
übervollen Postfächern
vergessenen Passwörtern
pseudototen Laptops
fehlenden Kabelbindern
kurz angebundenen Prozessorlüftern
untertankten Mietwagen
überzähligen Windowslizenzen
fehlenden Windowslizenzen
nicht zu aktivierenden Windowslizenzen
weggedrückten Anrufen
verbrauchten Netzteilen
herausfliegenden Sicherungen
fehlenden Kreuzschlitzschraubendrehern
stotternden Servern
verschwundenen Konfigurationsdateien
überfüllten Bussen
dem Unterschied zwischen zwei und drei
dem Unterschied zwischen halb und anderthalb
dem Geruch von Angst
dem Geruch von Stress
dem Geruch von Müll
einfach einen vollschwallen
irgendeinen

der?
der feuchte Fettsack?
die Made?
der schiebt doch
ne ruhige Kugel

ihr könnt mich alle mal

Lieber Paketbote,

dhl

Mir ist klar, dass das Paket ziemlich groß und schwer ist. Und mir war klar, dass ich deshalb heute auf Teufel komm‘ raus zuhause sein würde, spätestens als die Zustellung für den heutigen Tag im Tracking angekündigt wurde. Nein, es ist nicht in Ordnung nicht mal zu klingeln und einfach eine der berühmten „Wir haben Sie nicht angetroffen“-Karten zu hinterlassen. Im Grunde genommen ist das eine ziemliche Unverschämtheit, das habe ich auch den DHL-Kundendienst wissen lassen und Ihr Vorgesetzter wird Sie hoffentlich entsprechend rüffeln. Wir sind hier nicht in der Hundekuchenfabrik, und Sie sind nicht Henry Chinaski:


„The hours at the dog biscuit factory were from 4:30 p.m. to 1 a.m. I was given a dirty white apron and heavy canvas gloves. The gloves were burned and had holes in them. I could see my fingers peeking through. I was given instructions by a toothless elf with a film over his left eye; the film was white- and-green with spidery blue lines.
He had been on the job nineteen years.

I advanced to my post. A whistle blew and the machinery leaped into action. Dog biscuits began to move. The dough was stamped into shape and then placed on heavy metal screens with iron edges.
I grabbed a screen, placed it in the oven behind me. I turned. There was the next screen. There was no way to slow them down. The only time they stopped was when something snagged the machinery. It didn’t happen often. When it did, the elf got it going quickly.

The flames of the oven leaped fifteen feet high. The inside of the oven was like a ferris wheel. Each ledge held twelve screens. When the oven man (me) had filled a ledge he kicked a lever which turned the wheel one notch, bringing down the next empty ledge.

The screens were heavy. Lifting one screen could tire a man. If you thought about doing it for eight hours, lifting hundreds of screens, you’d never make it. Green biscuits, red biscuits, yellow biscuits, brown biscuits, purple biscuits, blue biscuits, vitamin biscuits, vegetable biscuits.

On such jobs men become tired. They experience a weariness beyond fatigue. They say mad, brilliant things. Out of my head, I cussed and talked and cracked jokes and sang. Hell boils with laughter. Even the Elf laughed at me.

I worked for several weeks. I came in drunk each night. It didn’t matter; I had the job nobody wanted. After an hour at the oven I was sober. My hands were blistered and burned. Each day I sat aching in my room pricking my blisters with pins I first sterilized with matches.

One night I was drunker than usual. I refused to punch in. „This is it,“ I told them. The Elf was in trauma. „How will we make it, Chinaski?“
„Ah.“
„Give us one more night!“
I got his head in the crook of my arm, squeezed; his ears turned pink. „Little bastard,“ I said. Then I let him go.“

(Charles Bukowski, Factotum)

Note to self: Dann eben Flinkster. Musik: Fehlfarben, Zero 7, Nile, Fantômas.