MuNaLe 2013 Pt3/3

Hier ist der dritte und letzte Teil der musikalischen Nachlese mit den Plätzen 5-1 meiner ganz persönlichen Albumcharts. Das Schöne ist, dass ich fast alle Platten, die in diesem Beitrag gewürdigt werden sollen, bereits in diesem Blog rezensiert habe. Ich kann mich also kurz fassen:

KM

Platz 5: Kvelertak – Meir: Die ausführliche Kritik wurde im März veröffentlicht und ist hier zu lesen.

13

Platz 4: Black Sabbath – 13: Am 18. Juni wurde ein länglicher Beitrag verfasst, der sich mit Black Sabbath und ihrer sagenhaften Comeback-Platte beschäftigt.

DEP

Platz 3: The Dillinger Escape Plan – One Of Us Is The Killer: Auch zu diesem wirklich großartigen Album gab es auf „Just Skidding“ bereits eine ausführliche Würdigung, die Mitte Mai publiziert wurde.

Platz 2: Deafheaven – Sunbather: Kein Zweifel, dieses Album von Deafheaven wird als wichtige musikalische Landmarke dieses Jahres stehen bleiben. Einerseits als Bindeglied zwischen traditionellen und progressiven Schwarzmetallern und andererseits als ausgestreckte Hand der Shoegazer von heute für die Hippies aus Haight Ashbury von damals, die heute Generaldirektoren, Autoren oder Drogentote sind. „Sunbather“ ist bei mir Woche für Woche, Durchlauf für Durchlauf gewachsen. Und Deafheaven haben sich vom Geheimtipp zum angesagtesten Act in der aufgeklärten Schwermetallszene an der Westküste gemausert. Und glaubt mir: Die Bay Kids von damals, die seit Exodus, Possessed, Metallica und Slayer geschlafen haben, freuen sich wie bescheuert, dass die Bucht endlich mal wieder vibriert, auch wenn es manchmal nach Pink Floyd klingt.

So, Trommelwirbel: Bis jetzt hatten wir in der Top10 2013 4x traditionellen Hardrock bzw. klassischen Heavy Metal, 3x Mathcore und je einmal brutalen Avantgarde-Metal und Hippie-Metal. Was fehlt uns noch?

CSS

Platz 1: Carcass – Surgical Steel: 1996 veröffentlichten Carcass die LP Swansong, die ziemlich melodischen, fast schon kitschigen Metal enthielt. Das war der Tiefpunkt einer unglaublichen Karriere, die mit unappetitlichem Grindcore, mit Splatter-Texten und Autopsie-Photos auf Covern begonnen hatte und mit sagenhaftem Death-Metal auf dem Album Heartwork einen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Bill Steer und Jeff Walker sind begnadete Songwriter, wenn sie in Stimmung sind und sie waren dem Rest der Szene oft genug ein paar Zählzeiten voraus.

Als ich hörte, dass es 17 Jahre nach der letzten Veröffentlichung ein neues Album von Carcass geben würde, war ich regelrecht aus dem Häuschen, denn die Band aus Liverpool war für mich immer etwas ganz Besonderes. Auch wenn Ken Owen nach Hirnblutung und Koma wahrscheinlich nie mehr so Schlagzeug spielen wird wie bis 1995, hat sein Stil mich immer wieder völlig weggeblasen, für mich bleibt er einer der besten Drummer der Musikgeschichte.

Völlig klar war, dass Kritiker und Fans der ersten Stunde das neue Album sehr kritisch betrachten würden, so nach dem Motto: „Na, Geldbeutel leer? Mal wieder ein bisschen Kasse machen?“ Aber ich denke, dass diese Vorbehalte grundlos sind: Surgical Steel ist ein grandioses Death Metal Album, mit beeindruckendem Riffing, exzellenten Soli, richtig guten Songs, die im Ohr hängen bleiben und mit fantastischen Musikern in Bestform, die es richtig krachen lassen. Stücke wie : „A Wraith in the Apparatus“ oder „Noncompliance to ASTM F899-12 Standard“ schlagen einen weiten Bogen von 1988 bis heute. Ob die Formation als Quartett mit den zwei Mitgliedern von „Trigger the Bloodshed“ stabil bleiben wird, muss sich zeigen, ich würde es mir wünschen, andererseits musste man bei Carcass immer schon mit Überraschungen rechnen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie jetzt wieder für ein paar Jahre in der Versenkung verschwinden würden. Ein Grund mehr das aktuelle Album zu feiern und richtig fett laut abzuspielen – ein metallischer Hochgenuss.

Note to self: Entzündete Areale, warum nur, warum? Musik: All of the above.

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