16:9

Mein Fernseher will und will nicht kaputt gehen. „Sei doch froh“ werden mir die stolzen Besitzer großformatiger Flachgeräte zurufen, die ihre Protzglotze nach jeweils 2,5 Jahren auf den Müll werfen dürfen, weil alle Hersteller inzwischen die billigsten ELKOs verbauen, die es überhaupt gibt. Mein kleines Röhrengerät stammt noch aus der Zeit, als es bei Unterhaltungselektronik ein mittleres Qualitätssegment gab: Etwas teurer, aber deswegen auch haltbarer. Mir ist klar, das man so etwas heute nicht mehr kaufen kann, weil wir in unserem Wahn sparen zu wollen die einfache Wahrheit „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ verdrängt haben. Dass die Hersteller von Geräten der Spitzenklasse inzwischen auf den Zug des immer schnelleren Turbokonsums aufgesprungen sind, sei nur am Rande vermerkt. Zum Thema:

Natürlich hat mein Fernseher das Format 4:3 und natürlich wird der ganz überwiegende Teil der Programme inzwischen in 16:9 ausgestrahlt. Man hat also oben und unten schwarze Balken. Ich fand das nur deswegen fair, weil die Besitzer hochmoderner Glotzen bei alten Sendungen ebenfalls benachteiligt waren: Sie hatten die schwarzen Balken eben dann links und rechts, oder das Bild war entsprechend verzerrt. Darauf haben die Sendeanstalten inzwischen reagiert, was mir die Zornesröte ins Gesicht treibt. Denn bei der Ausstrahlung alter Sendungen wird das Bild inzwischen so verkleinert, dass es sich auf dem Flunder-TV durch Skalierung ohne Verzerrung wiedergeben lässt, während ich auf meiner ohnehin kleinen Röhre schwarze Balken „rundherum“ zu sehen bekomme. Dazwischen befindet sich das nurmehr briefmarkengroße Bild. Ich will ehrlich sein; Es bringt überhaupt nichts, sich gegen diese Entwicklung aufzulehnen. Der Markt, unser goldenes Kalb, und die zugehörige Marktforschung haben gesprochen.

In einem früheren Beitrag in diesem Blog hatte ich mich ausführlich dazu geäußert, warum Computermonitore mit einem Bildseitenverhältnis von 4:3 oder 5:4 ergonomischer sind als ihre breite Verwandtschaft. Aber auch hier hat der Zeitgeist Spuren hinterlassen. Selbst bei stinknormalen Büroarbeitsplätzen sind heute fast durchweg spiegelnde Breitformater anzutreffen. Die Leute wollen das so, man hat ihnen eingeredet, es sei modern. Schon deswegen haben die Softwaremacher ebenfalls begonnen die Gestaltung ihrer Programme an 16:9 anzupassen. Was bei Spielen noch angehen mag und bei Lifestyleprogrammen als hip gilt, macht selbst vor Betriebssystem nicht Halt. Man installiere mal ein aktuelles Ubuntu.

Seit 6 Jahren präsentierte sich „Just Skidding“ in einem zusammengestümperten Kästchen aus HTML-Frames, damit das Grau des Hintergrunds mit den restlichen Inhalten von skidman.de kompatibel war. Natürlich habe ich dieses Kästchen so konstruiert, dass es auf einem 5.4 Monitor gut aussah. Heute mache ich Schluss damit. Damit wird die Darstellung verlinkter Inhalte verbessert und der Blog sieht auf einem 16.9 Bildschirm nicht mehr ganz so armselig aus, wie bisher. Ich mache mir nichts vor: Der gewaltige Schwall an Dummheit, den unsere unvollkommene Spezies erzeugt, schwemmt uns selbst unaufhaltsam Richtung Abort der Erdgeschichte.

Note to self: Ohne Nüsse und Kekse, immerhin. Musik: Deafheaven.

Lose, lose, lose

Wir wollen uns mal nix vormachen. In letzter Konsequenz sind wir alle Verlierer. Oder sagen wir besser: Die allermeisten von uns werden im fortgeschrittenen Alter erst mehr und mehr ihrer Selbstbestimmtheit verlieren. Zuletzt verliert man dann das Leben. In den letzten Tagen habe ich einige gefühlte Niederlagen zu verarbeiten gehabt und möchte diesmal die Leserschaft daran teilhaben lassen, geteiltes Leid, usw.

Die Party ohne Party
Zugegeben: Wenn man ohnehin schon mit eher geringer Begeisterung und ziemlich durchnässt zu einer Feier aufkreuzt, dann sind das üble Voraussetzungen für einen gescheites Fest. Die Laune wird auch nicht verbessert, wenn einem schon beim Reinkommen ein ehemaliger Studienkollege mit gespielter Zärtlichkeit den Wanst tätschelt. Weisst du was, Alter? Auch wenn ich ganz bestimmt zu schwer bin, hoffe ich doch nie so taktlos, weichgespült und brunzdumm zu werden, wie du es heute schon bist. Davon abgesehen denke ich inzwischen, dass man manche zwischenmenschliche Beziehung vielleicht nicht auf Teufel komm raus am Leben erhalten sollte, wenn es einfach an Substanz und Gemeinsamkeiten fehlt. Immerhin gab es dann doch noch ein, zwei Teilnehmer der Fete, mit denen man ein halbwegs nettes Gespräch führen konnte. Und bei der Heimkehr nach zwei Uhr morgens konnte man immerhin noch ein bisschen 24h-Rennen in Le Mans gucken.

Nee, nee, kein PSW
Die Eifel wird von einer Clique von Wutbürgern im Rentenalter in Geiselhaft gehalten. Klingt komisch, ist aber so. An dieser Stelle ist nicht genügend Platz, um alle Einzelheiten der Auseinandersetzung um das geplante Pumpspeicherwerk am Rursee wiederzugeben. Deshalb nur so viel: Wenn wir bei jedem Großprojekt in Deutschland nur über Ruhestörung und Grundstückspreise reden, wenn wir die Chancen der Energiewende nicht nutzen, sondern eine Ungestörtheit von Naturräumen einfordern, die in Wirklichkeit lediglich Bestandteile einer auch wirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft sind, wenn selbst der Investor nicht genug Durchhaltevermögen hat, wenigstens eine endgültige Planung des Projekts vorzulegen und zur Diskussion zu stellen, dann sieht es finster aus für unser Land. Und ist es nicht merkwürdig, dass nach Einstellung des Projekts auf einmal in der Lokalpresse die Befürworter aus den Büschen kommen, während vorher ausschließlich über jeden Furz berichtet wurde, den die Polemisierer von der Bürgerinitiative gegen das Projekt gelassen haben? Jedenfalls kann es nicht verwundern, dass die Sieger in dieser Auseinandersetzung mit beißendem Spott über die Befürworter herfallen, anstatt diesen Verlierern, die mit Beharrlichkeit und Sachverstand gegen die Lautsprecher zu argumentieren versuchten, wenigstens einen Rest an Würde zu lassen.

Der Unprofessionelle
Wie das so ist, wenn man einen Leih-PC vom Kunden zurückbekommt: Zwar war der nur knapp 10 Tage vor Ort, trotzdem hat man es geschafft, die auf dem Gerät befindliche Windows-Installation regelrecht hinzurichten. Normalerweise habe ich eine Sicherung dieser Maschinen, die ich wieder einspielen kann, diesmal nicht. Also kramt man seufzend die XP-CD raus und gibt sich dran. Allein, nach zig Versuchen, Beschwörungen im BIOS, Flüchen, Hardwareaustausch, also nach mehreren Stunden lässt sich Windows XP professionell (SP3) nicht auf dieser Kiste installieren, obwohl genau diese Version, installiert von genau dieser CD, vorher auf dem Rechner lief. Da bleibt dann nur ein Schulterzucken. Ich installiere ein XP home, das klappt im ersten Versuch, muss ich nicht verstehen und ist mir, gerade heute, dann auch irgendwie egal.

Note to self: Nee, mir gehts super. Musik: Black Sabbath, Milking The Goatmachine, Kadavar.

I tre volti della paura

13

1963 brachte der italienische Regisseur Mario Bava einen Horrorfilm heraus. Der Streifen mit dem Titel „I tre volti della paura“ (Die drei Gesichter der Furcht) war nur eines der zahlreichen Machwerke Bavas, der dem düsteren Horror-Genre zeitlebens treu blieb und auch solche Perlen wie „Planet der Vampire“ und „Im Blutrausch des Satans“ drehte. Wir wollen mal nicht zu hart über den Maestro urteilen. Jedenfalls fand Geeze Butler, ein Bassist aus Birmingham, dass der englische Titel des italienischen Schockers, nämlich „Black Sabbath“, sich ausgezeichnet als Titel für ein gerade geschriebenes Stück eignen würde, wenig später wurde der Titel als Bandname adaptiert. Man schrieb das Jahr 1969. Osbourne, Iommi, Ward und Butler nahmen ihr erstes Album in 12 Stunden auf. Ich sehe das zwar anders, aber manche Leute sagen, das wäre die Erfindung des Heavy Metals gewesen.

Nun könnte ein sehr langer Abriss über die Großtaten der oben erwähnten Musiker folgen. Darin würden abgebissene Fledermausköpfe, eine mehrjährige gerichtliche Auseinandersetzung um Namen und Kohle, zwei abgetrennte Fingerkuppen in einem Walzwerk, die „Mano cornuta“, der langjährige intensive Missbrauch von Kokain, der noch viel langjährigere und intensivere Missbrauch von Alkohol, verprügelte und extrem geschäftstüchtige Ehefrauen und eine Reality Soap auf MTV vorkommen. Lassen wir es dabei.

Die Nachricht, dass Black Sabbath in Originalbesetzung eine Studioplatte, die erste seit 1978, aufnehmen würden, versetzte die Heavy Metal Szene in fiebrige Erwartung. Dann stellte sich heraus, dass Bill Ward nicht trommeln würde, weil er noch Geld zu kriegen hatte, was die anderen 3 nicht so sahen, aber das sind Kinkerlitzchen, ein Ersatzmann war mit Brad Wilk (Rage Against The Machine) schnell gefunden. Man kann sich einer solchen Platte auf unterschiedliche Arten nähern, nämlich mit Ehrfurcht, mit Zynismus, mit Rührung, mit jugendlicher Überheblichkeit und mit großer Sachlichkeit. Ich versuche mal das letztere.

Bereits mit den ersten Takten von „End Of The Beginning“ weiß der geneigte Hörer, was ihn in der kommenden Stunde erwartet, nämlich die Essenz von über vierzig Jahren harter Rockmusik. Jeder anderen Kapelle würde man eine billige Kopie unterstellen. Black Sabbath verzeiht man das sofort, weil es eben eine Kopie ihrer selbst ist. Sie können nur ihren Streifen spielen und das machen sie dann einfach. Und genau deshalb verzeiht man noch viel mehr: Die abgedroschenen Rüttelreime, die billigen Riffs, die Sandkastensoli, die sehr konservativen, vorhersehbaren Abläufe, die technischen Schnitzer (wenns mal ein bisschen flotter wird, wirds arg unsauber). Ich werde jetzt ein ganz schlimmes Wort verwenden, dass ziemlich aus der Mode gekommen ist: Das neue Album von „Sabbath“ ist „echt“.

Die Puristen kritisieren vor allem den Klang des Albums, er gehe zu sehr in Richtung „loudness war“. OK, Rick Rubin ist für mich nicht unbedingt ein Heiliger, jedenfalls nicht mehr seit „Death Magnetic“ von Metallica, aber hier ist ihm der Spagat gelungen: Für eine Sabbath-Scheibe ist die Produktion sehr transparent und knusprig, und kann die schlichte Wohnzimmer-Studio-Atmosphäre nicht ganz verleugnen. Im Grunde ist das eine Rückbesinnung auf die spartanische Studiotechnik der frühen Siebziger. Deshalb hat Rubin die heute möglichen Mätzchen wohltuend sparsam eingesetzt. Das ist vielleicht das bemerkenswerteste an „13“: Wenn man etwas so sehr poliert und es trotzdem nicht zu dünn wird und nicht bricht, dann ist das große Kunst.

Was bleibt von „13“? Nun einige überdurchschnittliche Stücke wie: Age Of Reason, Dear Father, Pariah. Außerdem wird es wohl das letzte Album von Sabbath werden: Iommi leidet an Lymphdrüsenkrebs, Osbourne hat immer wieder mal Schwächeanfälle und wird sich dann vielleicht doch totsaufen. Wir stehen auf den Schultern zerbrechlicher Riesen.

Note to self: Diesmal bis 45. Musik: Black Sabbath.

Generation Gummistiefel

WT
Foto: Reuters

Wer ist schlimmer dran? Derjenige, den das Wasser plötzlich, über Nacht heimsucht, ohne Vorwarnung, so wie in Deggendorf? Oder derjenige, der über Tage dem Hochwasserscheitel zusehen kann, wie er sich unaufhaltsam nähert, so wie in Hitzacker?

Als ich vor ein paar Tagen die Bilder der von einem Tornado heimgesuchten Stadt in Oklahoma sah, die regelmäßig von diesen Wirbelstürmen verwüstet wird, dachte ich mir „Warum ziehen sie nicht einfach woanders hin?“ Genau das gleiche habe ich mir gedacht, als die Bilder von Grimma gezeigt wurden. Bei jeder 5b Wetterlage sind die Namen der Ortschaften die gleichen. Aber fatalerweise handelt es sich eben nicht nur um kleine Orte, sondern auch um Passau, Dresden, Prag, Magdeburg. Kein Mensch kann ernsthaft fordern diese Städte zu „schließen“. Große Städte wuchsen immer schon an großen Flüssen. Und große Flüsse führten immer schon große Hochwasser. Also, abgesehen von Bundeswehrgroßeinsätzen, hundertausenden Sandsäcken, immer höheren Spundwänden, was können wir tun?

Nachhaltige Lösungen können nicht darin bestehen, dass wir jetzt anfangen etwas gegen den Klimawandel zu tun. Den kann die Menschheit zwar verstärken und beschleunigen, aber nicht verhindern. Das ist meine feste Überzeugung. Ob Niederschlagsmengen wie in den letzten Wochen wirklich etwas mit der Erderwärmung zu tun haben, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Wenn es so ist, werden wir und die nächsten 15 Generationen damit leben müssen. Nachhaltige Lösungen können nicht darin bestehen Deiche zu erhöhen und Schutzwände zu errichten, denn damit verschiebt man das Problem Richtung Unterwasser und verlängert den Hochwasserscheitel. Das Resultat sieht man jetzt in Sachsen-Anhalt, zwei, drei Tage hätten die Deiche schon gehalten, jetzt sind sie so durchweicht, dass sie brechen.

Die Lösung kann nur darin bestehen zusätzlichen Platz für das Wasser zu schaffen. Retentionsräume müssen vor allem schon im Bereich der kleinen Zuflüsse geschaffen werden. An dieser Stelle gilt: „klotzen, nicht kleckern“. Man wird kleinere Ortslagen auflösen und große Polder einrichten müssen. Die finanziellen Aufwendungen werden erheblich sein, es wird lange dauern und man wird sich Konzepte zur Landnutzung in diesen Poldern überlegen müssen. Das ist alles nicht schön, aber er gibt keine Alternative.

Note to self: Schon wieder! Musik: Black Sabbath.

In die Röhre

MP

Jaja, der Beitrag zur WWDC von Apple, der muss sein. Seit Jahren habe ich nicht mehr so sehr eine Keynote herbeigesehnt wie die heutige. In diesem Artikel geht es nicht um das neue Mac OS „Maverick“, nicht um iOS 7, nicht um die neuen MacBook Air, die neuen AirPort Basisstationen oder die neue Time Capsule. Nein es geht nur um die neue Workstation, das Flaggschiff, den neuen Mac Pro. Der Grund dafür ist ganz einfach: Sollte Apple nicht mehr in der Lage sein einen vernünftigen Rechner für Profis zu bauen, dann werde ich mich zukünftig mit Linux oder Windows beschäftigen und Apple den Laufpass geben. Die Enttäuschungen in den letzten drei Jahren waren einfach zu groß. Das mag eine seltsame Einstellung sein für einen Nutzer, der die Leistung eines 12Kern-Xeon Prozessors nie und nimmer braucht (und sich deshalb einen i7-iMac ohne Monitor selbst gebaut hat), aber für mich ist die „Mac Pro Frage“ die Gretchenfrage, denn daran ist absehbar, ob Apple professionelle Nutzer in Zukunft noch auf dem Schirm hat.

Bevor ich jetzt die heute veröffentlichten Informationen zur Hardware und zum Design nachbete, empfehle ich allen Lesern, sich die sehr ansprechend gemachte Internetvorstellung des Mac Pro anzusehen: Da hat sich ein Haufen Leute sehr lange und sehr gründlich Gedanken gemacht und bei allen inneren Werten: Es ist das erste mal seit dem Powermac Cube, dass man einen Mac ablecken möchte. Silizium wurde noch nie so sexy verpackt. Aber bleiben wir mal locker und rechnen wir ab:

Die inneren Werte
Man durfte erwarten, dass Apple bei CPU, RAM, Festspeicher das derzeit verfügbare Optimum verbaut und genau so ist es auch gekommen. Auch wenn die Modellbezeichnung des Prozessors noch nicht veröffentlicht wurde, dürfte es sich um einen E5-2600 mit 12 Kernen handeln, der von Intel ab Juli angeboten wird. NAND-Speicher direkt auf dem PCIe-Bus und 1866 MHz ECC RAM, all das sind kompromisslose Hochleistungs-Komponenten. Die Grafikausstattung mit 2 modernen Adaptern, die bis zu drei 4k-BIldschirme bedienen können, ist ebenfalls üppig. Der Zylinder wird fliegen, das ist mal sicher.

Ab nach draußen
Die verfügbaren Schnittstellen des neuen Mac Pro dürften für Diskussionen sorgen: Lautsprecher, OK. Kopfhörer, OK. 4mal USB 3, OK. HDMI, OK. Und dann sind da noch 6 Thunderbolt 2 Buchsen. Das bedeutet aus meiner Sicht zweierlei: Erstens will Apple die Thunderbolt-Schnittstelle mit Macht in den Markt drücken. Das ist einerseits keine Überraschung: Thunderbolt ist flott, vielseitig nutzbar, kann Daisy Chaining. Anderseits werden bei jedem TB-Gerät Lizenzgebühren an IBM fällig und die sind happig: Ein Thunderbolt-Kabel kostet 50 € (Jaja, eure Armut kotzt mich an). Wenn der Mac Pro eine Profi-Workstation sein will, dann muss auch die Profihardware (Audiokarten etc.) irgendwo hin. Und da hat Apple einen sehr profitablen Schachzug in petto: Es wird eine ganze Menge an ziemlich teuren Breakout-Boxen geben, in die man PCI-Karten stecken kann, die Festplatten, Firewirebuchsen, BR-Brenner, Anschlussmöglichkleiten für Monitore, Videokameras und für all das andere Gerümpel bieten, das man schon hat. So was gibt es natürlich heute schon, zB. von Sonnet. Eine Box für PCI-Karten kostet dann mal eben mehr als 800 € (Jaja, eure Armut kotzt mich an).

Das Design
Man hätte die neue Hardware bestimmt auch in ein Mac Pro Alugehäuse hineinbekommen, mit angepasstem thermischem Design, ein bisschen Eyecandy und ab dafür. Und diesen Rechner hätte man auch schon letztes Jahr vorstellen können. Apple wollte das nicht. Apple wollte Maßstäbe setzen und eine Miniworkstation herausbringen, nach der sich alle Welt die Finger leckt. Das dürfte ihnen gelungen sein. Die Geräuschentwicklung und der Stromverbrauch dürfte spektakulär niedrig sein. Ich nehme an, dass nichts in der Röhre bis auf den Arbeitsspeicher vom Dritthersteller sein darf. Das bedeutet: Willst du eine neue Grafikkarte, kaufst du sie bei Apple, willst du mehr Flash-Speicher, kaufst du ihn bei Apple (Jaja, meine Armut kotzt mich an). Apple wird unter Garantie eigenes TB-Equipment anbieten und auch daran gut verdienen.

Fazit
Schon jetzt bersten die einschlägigen Foren im Netz vor Kommentaren zur Wunderröhre. Die einen bemängeln die fehlende Dual-Prozessor-Option, die anderen finden, dass maximal 128 GB RAM zu wenig sind. Das Röhrendesign stösst bei vielen auf Ablehnung. Es wird jede Menge Gemotze geben, aber nicht von mir. Ich bin ganz zufrieden, vor allem, weil ich nicht in die Verlegenheit kommen werde, mir zu überlegen, ob ich mir einen kaufe, ich brauche keinen. Deshalb brauche ich auch nicht zu spekulieren, was das Teil kosten wird. Mann habe ich ein Schwein :-)!

Note to self: Ein getoastetes Weizenbrot! Musik: Children Of Bodom, Black Dahlia Murder.

Vorsorgliche Entmündigung

Kennt noch jemand den Roman „Fürsorgliche Belagerung“ von Heinrich Böll? Darin geht es um eine „öffentliche Person“ die von Sicherheitsorganen so sehr geschützt wird, dass sie selbst und auch die Familie jede Privatsphäre verliert, wodurch die elementaren sozialen Bindungen, nämlich die innerhalb der Familie zerbrechen. Vor diesem Hintergrund lässt sich zwischen Gut und Böse, schützen und zerstören nicht mehr unterscheiden

Genau daran musste ich heute denken, als ich die Artikel zur umfassenden Bespitzelung der Weltbevölkerung durch die NSA las. Nicht dass das nun etwas völlig Neues wäre, wer sich schon mal mit Echelon beschäftigt hat, wer den Inhalt des Patriot Acts kennt, der nimmt den weiteren Baustein, nämlich die automatische Durchforstung aller E-Mails, Cloud-Konten, Chats und Skype-Gesprächen schulterzuckend zur Kenntnis. Dass die Vereinigten Staaten sich längst zu einem Überwachungsstaat par excellence gewandelt haben, in dem der Hoffnungsträger und Friedensnobelpreisträger Obama es noch bunter treibt als sein Vorgänger, das ist inzwischen Legion. Dass die so oft beschworenen Werte des Westens genau von dem Staat verraten werden, der sich als Führungsmacht der aufrechten Demokraten aufplustert, während US-Dunkelmänner obendrein noch Konzentrationslager und Folterknäste betreiben, die Economic Hitmen der NSA die Dritte Welt in die Überschuldung treiben und die Militätmacht Nr. 1 nach Gutdünken Angriffskriege anzettelt, muss inzwischen vor allem die Wertkonservativen und Transatlantiker besorgen, die Anti-Amerikanismus bislang für eine linke Attitüde hielten.

Viele dieser Maßnahmen finden sicher die Zustimmung der Mehrheit der US-Bürger, denn es ist ja gerade der Rest der Welt, der in der Hauptsache darunter zu leiden hat, und der Rest der Welt war den meisten Amerikanern immer schon völlig schnuppe. Ob die Bevölkerung von God’s Own Country nicht merkt, wie dünn das Eis ist, auf dem man sich bewegt? In der „Fürsorglichen Belagerung“ ist es schließlich der eigene Enkel, der das Haus des Protagonisten in Brand setzt, eben weil es nicht mehr sein „zu Hause“ ist. Auch die größte Bedrohung für die USA kommt nicht von außen, sondern von innen. Sie besteht darin, dass der innerste Kern, auf den sich bislang alle Amerikaner, egal ob Tea Party Leute, radikale Christen, liberale Intellektuelle, Flyovers einigen konnten, von der eigenen Regierung zerstört worden ist. Ohne echte geschützte Bürgerrechte, ohne Transparenz, ohne eine wirksame Kontrolle, die der Verfassung Geltung verschafft sind die USA ein Unrechtsstaat, wie die DDR und die NSA nicht besser als die STASI.

Note to self: Auf die Zunge gebissen. Musik: Eels, Zaz, Kabul Golf Club.

Nachträge

Ich weiß, ich weiß. Aber nicht nur die reine Liederlichkeit hat zeitnahe Einträge auf Just Skidding in der zweiten Maihälfte behindert, sondern auch eine enorme berufliche Frustration (deren Details ich hier nicht bekanntgeben werde) und eine fette, aus den Ardennen importierte Grippe. Also die Nachträge:

Coole Säue
Zu den legendären Formationen in der lokalen Musikszene gehören zweifellos die „Mighty Sleepwalkers“, die zwar kaum Ambitionen Richtung überregionale Bekanntheit haben, aber ihre ökologische Nische im Aachener Mikrokosmos mit Wonne und Selbstbewusstsein besetzen. Zur Neuvorstellung des neuen Albums „Ooh!“ spielten sie am 17.5. im Jakobshof:

Ja, was soll man sagen: Prima Musiker, unprätentiöse sympathische Präsentation, lustige Stücke mit lustigen Titeln („The computer of my girlfriend“) und entsprechend gute Stimmung bis zur letzten Zugabe. Und was für Musik ist das jetzt? Tja, am besten mal selber anhören „Easy Listening“, „Acoustic Rock“, irgendwie sowas…

To let: Villa mit Park
Seit einigen Jahren bricht im Frühjahr das mehr oder weniger immer gleiche Trüppchen aus dem westlichsten Rheinland Richtung südliche Ardennen auf. Zuletzt fanden diese Wochenendausflüge immer Ende März statt. In diesem Jahr wählten wir in weiser Voraussicht das Ende des Wonnemonats nach dem Motto: Da ist es ja schon warm und trockener und wir können mehr draußen machen. Wer hätte auch mit einem dermaßen bescheidenen Frühling 2013 rechnen können? In den vergangenen Jahren lag unsere Unterkunft in Daverdisse, diesmal waren wir südöstlich von Marche-en-Famenne. Und die dort gelegene neue Unterkunft entpuppte sich als großzügiges Landhaus mit großzügig bemessenem Park an einem leise murmelnden Bach:

LR

Zwar war die Wettervorhersage einigermaßen katastrophal, doch eine Vorhersage ist eben nur eine Vorhersage. Im Gegensatz dazu war der Samstag ganztägig sonnig und warm. Entsprechend nutzten wir die freundliche Witterung für sportliche Aktivitäten (die Männer und Heranwachsenden) wie Tischtennis, Fußball, Federball, Raketenstarts bzw. entspanntes Abhängen (die Frauen und der Autor dieses Berichts). Ich holte mir einen richtig schönen Sonnenbrand auf der Pläte, wodurch ersichtlich ist, dass ich zurzeit einfach zu wenig an der frischen Luft bin. Im Nachmittag begannen wir mit der Zubereitung eines gigantischen Spießbratens auf dem Holzkohlengrill, der noch rechtzeitig vor dem Championsleague-Finale (kleiner Röhrenfernseher, 13 Zuschauer, französischer Kommentar, keine Zeitlupe des ersten Tors der Bayern, das ich für Abseits hielt) verspeist wurde:

Und just nach Abpfiff dieses epochalen Fußballspiels erwischte es mich dann: Hämmernde Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen, das ganze Programm. Sonnenstich? Grippe? Wie auch immer, der Sonntag nach durchwachter Nacht war für mich die reine Hölle und ich war sehr glücklich, als ich mich gegen 19 Uhr in die heimische Falle begeben konnte. Tja, aber sonst war es sehr schön in den Ardennen.

Black/Green Today – Guano Tomorrow
Das Ende der schwarz-grünen Koalition im Rat der Kaiserstadt kann in diesem Blog nicht unkommentiert bleiben. Im Grunde handelt es sich um das Finale einer mindestens dreistufigen Strategie: 1. Schritt: Abweichler in der CDU-Fraktion bringen das Projekt „Ratsbürgerentscheid Campusbahn“ auf den Weg. Die abzusehende Niederlage der Bahn-Befürworter wird als schallende Ohrfeige für Anhänger alternativer ÖPNV-Konzepte (= die Grünen) interpretiert. 2. Schritt: Die konservativen Kreise der CDU betreiben und vollziehen die Ablösung des im Amt befindlichen Fraktionsvorsitzenden Harald Baal. Die neue Führungsmannschaft hinter Maike Schlick setzt sich pressegerecht in Szene. 3. Schritt: Die den Grünen bereits gemachte Zusage zur Besetzung des freien Dezernentenpostens wird zurückgezogen, der Grüne Bewerber fällt damit durch, die Grünen verkünden das Ende der Koalition.

Im Grunde genommen zeigen die Vorgänge deutlich, dass zahlreiche Parteigänger der Christdemokraten mit dem pro-grünen Kurs der vergangenen Jahre überhaupt nicht einverstanden sind. So lesen sich auch die teils hämischen, teils erleichterten Leser-Kommentare in der Lokalpresse. So bekommt Aachen nicht nur eine große Koalition, sondern auch einen Nicht-Grünen Dezernenten für Kultur und Jugend. Wer wird seinen Kandidaten durchbringen? Die Sozen oder die Schwatten? Ob ein Kandidat ohne Parteibuch überhaupt eine Chance hätte? In dieser Welt nicht!

Note to self: Schreib sie ab, ärger dich nicht, vergiss es. Musik: Zaz, Batillus, The Dillinger Escape Plan, Audrey Horn.