Aufstehen, weitergehen

Manchmal ist es nicht so einfach sich an die Kandare zu nehmen und weiter zu gehen. Davon konnten sich meine Wanderbegleitung und ich auf den ersten zwei Etappen des Eifelsteigs überzeugen, die am Monatsanfang auf dem Programm standen. Bei idealen Wetterbedingungen starteten wir am Korneliusmarkt in Knolle und bewältigten am ersten Tag gut 22 Kilometer, bei leicht verändertem Etappenverlauf bis nach Rollesbroich und am zweiten Tag knapp 20 Kilometer von dort bis nach Monschau. Anbei einige fotografische Impressionen aus der schönen Nordeifel.

ES1Der Kalkofenweg bei Walheim

ES2Restaurierte Kalköfen

ES3Im Naturschutzgebiet Struffelt bei Roetgen

ES4Entlüftungsschacht Finkenbur (Kallstollen)

ES5Pegelturm an der Kalltalsperre

ES6Hubertis Circus-Palast, südlich von Paustenbach

ES7Im Imgenbroicher Venn

ES8Burg Monschau, Eselsturm

ES9Die Rur in Monschau

Trotz aller Anstrengungen war es eine wunderschöne Tour, die Lust auf mehr macht. Wir haben uns vorgenommen noch ein bisschen mehr zu trainieren, Blasenpflaster bereit zu halten und werden die dritte Etappe von Monschau nach Einruhr dann beizeiten angehen.

Leider haben sich davon abgesehen in der Zwischenzeit einige Veränderungen ergeben, die alles andere als positiv für mich sind, die aber an dieser Stelle nicht erörtert werden können. Deshalb nur so viel: Selbst wenn man nicht besonders viel von seinen Mitmenschen erwartet, selbst wenn man nach der Herbert-Knebel-Maxime lebt („Hat sich keiner selbst gemacht, Hauptsache das Herz ist gut“), kann man trotzdem herbe enttäuscht werden. Es wird lange dauern, bis Vertrauen, Treue und Zuneigung durch etwas anderes ersetzt werden können. Und derzeit habe ich keine Vorstellung, wie dieses „andere“ aussehen könnte. Ich weiß nur, mit wem ich im Moment nicht mehr an einem Tisch sitzen kann und das ist ganz schön bitter.

Ich versuche nach vorne zu sehen, aufzustehen, weiter zu gehen. Das ist mit fast 20 Kilometern in den Knochen in der Abenddämmerung von Mützenich viel leichter als heute Mittag am Schreibtisch mit dem Kopf kurz vor der Wand.

Note to self: Morgen nicht der sein, der es wieder nicht geschafft hat. Musik: Negura Bunget, Soulfly, K`s Choice.

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