Cuisine belge

Auf den Punkt gegart, so könnte man den gestrigen, wunderschönen Tag zusammenfassen. Und man könnte vielleicht hinzufügen, dass es wahrscheinlich gar nicht so übel wäre, sich in Ostbelgien unter gelassenen und gemütlichen Menschen in der tiefsten Provinz niederzulassen, zum Beispiel in Eupen, da war gestern Musik Marathon und wir waren dabei:

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Klar, das Anschauen der Achtelfinalpartie gegen England war nach der Ankunft im beschaulichen Städtchen im frühen Nachmittag natürlich der erste Pflichtprogrammpunkt. Die Sonne brannte auf uns hernieder, die Luft stand und flimmerte über dem Pflaster. Man hätte natürlich auch im Schatten an der Bierbude stehen können, nur hätte man dann weniger gut gesehen, für mich nicht akzeptabel. Während der Rest unserer Schar sich ins Kühle verzogen hatte, hielt ich im Glutofen tapfer die Stellung.

Kurz zum Spiel: Ich gebe zu, ich habe gezweifelt. Ich hatte in der Nacht zuvor von Wayne Rooney geträumt und hielt dies für ein besonders böses Omen. Ich gebe zu, ich traute unserem Team, das die Engländer deklassierte, zu wenig zu. Damit meine ich nicht so sehr das Ergebnis, das für Deutschland vielleicht ein Tor zuviel und für England definitiv ein Tor zu wenig ausweist, sondern die enorme Defensivleistung (Schweinsteiger! Friedrich!), auch und gerade in der Phase der wütenden Attacken der Insulaner, und die im Stile einer Klassemannschaft agierende Offensivabteilung.

Tja, vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass es so etwas wie Fußballgerechtigkeit gibt. Den Engländern wurde ein Tor gestohlen, ist das gerecht? Ja, ist es. Sie haben uns 66 unter tätiger Mithilfe von Tofiq Bəhramov ein verdammt faules Ei eben nicht reingelegt und einen WM-Titel geklaut. Jetzt sind wir quitt.

In sehr entspannter Atmosphäre haben wir in den folgenden Stunden die musikalischen und kulinarischen Darbietungen des Musik Marathons genossen. Ein paar Impressionen:

emm3Bidla Buh

emm4In der Nikolauskirche

emm5The Shift

emm6Skoob

emm7Fettes Brot

emm8Pandora

emm9Annie

emm10Team William

emm11K`s Choice

emm12Sarah Bettens

Das Problem eines Festivals mit vielen Bühnen und Bühnchen ist ja immer, dass man glaubt das Beste zu verpassen. Soll man sich den Headliner auf der MainStage geben, oder lieber alte Bekannte anschauen, die man eh schon kennt, aber viel lieber mag? Wir haben uns nach Kräften bemüht: Soliden Rock mit „The Shift“ und Skoob, ein Viertelstündchen „Fettes Brot“ (dann hatte ich genug), leider nur ein Viertelstündchen „Pandora“, die eine Zugabe verdient gehabt hätten, aber nicht durften, ein kleines bisschen Argentinien – Mexico (immerhin das Abseitstor und den katastrophalen Abwehrfehler Mexicos mitbekommen), einen überraschend spritzigen Gig von Team William (was für eine Rampensau!) und dann natürlich K`s Choice in voller Länge zum krönenden Abschluss. Wie ich zu K`s Choice gekommen bin, darüber werde ich vielleicht mal einen eigenen Artikel schreiben, das lässt sich nicht in ein, zwei Sätzen abhandeln. Das Konzert war jedenfalls extraklasse. Schön, dass sie mit einem sehr brauchbaren frischen Album und mit Sarah Bettens in Bestform wieder da sind.

Im Shuttle-Bus auf dem Weg nach Aachen (ja, wir hatten reserviert) hallte ein sehr ereignisreicher, bunter Tag in mir nach. Gerne wieder.

Note to self: Nicht abreißen lassen, nur nicht. Musik: Immer noch K`s Choice.

3 Jahre täglicher Wahnsinn

Hätte der liebe Ödli nix gesagt, dann hätte ich den Geburtstag von Just Skidding glatt komplett vergessen. Wenn ich mir die Beiträge des vergangenen Blog-Jahres anschaue, dann kristallisiert sich heraus, dass Musik, Sport und die Computerei mehr und mehr zu thematischen Schwerpunkten werden, wohingegen der Anteil politischer Inhalte stark zurückgegangen ist. Ich will versuchen das in Zukunft wieder zu ändern.

Wie ein Besuch bei Google Analytics zeigt, ist die Zahl der Leser meines elektronischen Tagebuchs sehr überschaubar. Das stört mich aber überhaupt nicht. Im Gegenteil. Wenn ich hin und wieder im Freundeskreis auf Artikel angesprochen werde und sogar Reaktionen aus dem Ausland von Künstlern erhalte, deren Werke ich hier vorgestellt habe, dann freut mich das natürlich, aber darum geht es eigentlich nicht.

Just Skidding ist eine eigenhygienische Veranstaltung, ein Anklopfen bei mir selbst, ein virtuelles Zusammenfegen, ein Lagerfeuer, an dem ich sitze und das ein unstetes flackerndes Licht auf diese verrückte, bunte, traurige, dekadente, wunderschöne Welt wirft.

Note to self: Ende des Telefondienstes. Musik: K`s Choice.

Tutto finito

Schadenfreude ist nicht die schönste Freude. Deshalb will ich versuchen das Ausscheiden des amtierenden Fußballweltmeisters Italien ohne überflüssige Häme zu kommentieren. Als die Slowaken gestern kurz vor Schluss das 3:1 erzielten und dabei zum wiederholten Male eklatante Schwächen in der italienischen Prunkabwehr aufzeigten, da passierte etwas Merkwürdiges in den Köpfen der Squadra azzurra, man konnte es sehen: Das Ausscheiden in der Vorrunde war außerhalb der durch und durch bornierten Vorstellungswelt der überalterten uninspirierten Mannschaft, jetzt sickerte es so langsam durch, es machte „Klick“. Cannavaro & Co waren bis zu diesem Zeitpunkt zutiefst überzeugt davon, dass man doch noch einen Elfmeter zugesprochen bekäme und mit dem typischen Italien-WM-Dusel ins Achtelfinale einziehen würde. Diesmal nicht. Diesmal siegte die Fußballgerechtigkeit (doch so etwas gibt es). Italien ist verdient Gruppenletzter.

Somit hat sich nach der französischen Skandaltruppe der zweite Teilnehmer des letzten WM-Finales verabschiedet. Beide Teams stehen für eine Fußballphilosophie von gestern. Der wichtige Unterschied: Wegen der vorbildlichen Nachwuchsarbeit im französischen Verband können wir in wenigen Jahren wieder mit einer schlagkräftigen, verjüngten Equipe tricolore rechnen, bei den Italienern sieht das anders aus. Die Ballkunst im weichen Unterleib Europas ist in einer strukturellen Krise. In der Aufstellung des Champions League Siegers Inter Mailand beim Endspiel stand kein einziger Italiener.

Noch ein Wort zur deutschen Mannschaft: Klar, man hätte nach der sehr durchwachsenen Leistung im Spiel gegen Ghana auch ausscheiden können. Es freut mich ehrlich, dass die stark verbesserten Black Stars in die nächste Runde eingezogen sind. Sollte die Nationalmannschaft das Achtelfinale gegen Rooney & Co verlieren (Ich sehe Deutschland und England auf Augenhöhe), dann wäre das keine Katastrophe. Für den einen oder anderen jungen Spieler kommt die WM einfach ein bisschen zu früh.

Letzte Randbemerkung: Den Helden, die gestern bei der RTL-Übertragung vom Aachener Markt ein Transparent mit der Aufschrift „RTL HARTZ IV TV“ hochhielten, bis sie vom Sicherheitsdienst entfernt wurden (so viel zur Meinungsfreiheit in Deutschland) möchte ich zu ihrer gelungenen Aktion gratulieren. Klar, der Sender hatte das Hausrecht und ist an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen besonders empfindlich. Vielleicht sollte Kloppo mal darüber nachdenken, ob er sich für solche Veranstaltungen wirklich hergeben muss. Hat er doch gar nicht nötig.

Note to self: Auf den letzten Drücker. Einer fehlt noch. Musik: Hypocrisy, Ikuinen Kaamos, Skitsystem.

Nix Fuppes, Mucke!

Nicht schon wieder ein Fußballbeitrag. OK, lässt sich machen. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich immer wieder die Hereingabe von Müller, die von Özil fachmännisch angenommen und fast aus dem Stand fulminant verwertet wird. Jetzt aber zu einigen frischen und weniger frischen Veröffentlichungen, die in den letzten Tagen den wesentlichen Teil des Sommersoundtracks bilden:

KWC

Den Anfang machen heute Kowloon Walled City mit ihrem 2009er Album „Gambling on the Richter Scale“. Bemerkenswert ist zunächst mal der Name dieser Sludge-Combo aus San Francisco. Der auch Hak Nam genannte Stadtteil Hongkongs war einst das Fleckchen Erde mit der höchsten Bevölkerungsdichte überhaupt. Ein paar beeindruckende Fotos gibt es hier. Die Musik des Quartetts ist wirklich schlammig, dröhnig, roh. Es klingt immer ein bisschen so, als hätte man sich versammelt, um gemeinsam das komplette Equipment der Band in einem lauten urigen Ritus abzufackeln. Das Tempo ist gemäßigt, der Aufbau der Stücke nicht übermäßig kompliziert, aber der Sound nimmt mich wirklich mit. Vor allem der Bass ist derart schmutzig, sägend und voluminös, dass es eine helle Freude ist. Gegenüber der ebenfalls gratis verfügbaren 2008er EP „Turk Street“ hat man sich kompositorisch enorm gesteigert. Tolle Platte!

CM

Nun zu einer durch und durch nostalgischen Scheibe. Es gibt sie noch, die Cro-Mags, eine der prägenden Bands des klassischen New Yorker Hardcore. Sie haben sich jetzt entschlossen, ihr viel beachtetes Erstwerk „The Age of Quarrel“ aus dem Jahr 1986 als Gratis Download verfügbar zu machen. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu schreiben, wer es laut und wild mag, der kennt die Platte ohnehin, sie ist Kult. Deshalb noch eine autobiografische Randnotiz: Immer wenn ich dieses Album höre, dann muss ich an das Schwesternwohnheim denken, an einen Flurnachbarn und seine Hardcore-Combo „Human Desaster“ („Frauen fliegen auf Faschisten, auf den Stiefel, ins Gesicht.“) Das ist verdammt lange her, und so angestaubt sich die Cro-Mags heute auch anhören mögen, so bedeutsam und aufrüttelnd sind sie doch damals für so manchen gewesen. Für mich leider nicht, mir war so etwas zu primitiv. Ich durfte mir diese Art von Musik erst viel später erarbeiten, das dafür dann aber sehr gründlich.

Th

In den letzten Monaten gab es einige höchst delikate Releases von Thou. Ich habe bereits in einem früheren Beitrag die EP „Peasant“ der amerikanischen Doom-Metaller besprochen und empfohlen. Neben einem sehr interessant Split mit Salome ist vor allem das Mini-Album „Through the Empires of Eternal Void“ bemerkenswert, das ausschließlich Coverversionen von Black Sabbath Klassikern wie „Sweat Leaf“ enthält. Wenn ich die Platte anhöre, dann muss ich unweigerlich grinsen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Originale eigentlich so abgrundtief böse hätten klingen sollen. Ich würde zu gerne das Gesicht von Ozzy sehen, wenn er sich die Scheibe gibt. Geht ab, unbedingt reinhören!

SS

So, zum Schluss noch etwas Ruhigeres, Sphärisches: „Lucid; Dreamscape; Remedy;“ von Shawdowcast Sun aus Irland ist der Soundtrack für die trägen, leicht schwermütigen, in sattes Orange getauchten Juniabende die man eben nicht mit Grillwurst, WM und Hopfenkaltschale, sondern ganz mit sich selbst verbringt. Zum Teil hört sich dieses Instrumentalwerk wie die dunklere Ausgabe von „And So I Watch You From Afar“ an, auch wenn das Schlagzeug insgesamt weniger aufregend ist. Die Platte wächst bei jedem Durchlauf, sie braucht Zeit, brennt sich aber dann umso heftiger ins Hirn. Sie ist unglaublich gut produziert, mit viel Liebe zum Detail. Die beiden vorangegangenen Alben wurden frisch remastert und sind ebenfalls für umme herunterzuladen. Diese Band verdient mehr Aufmerksamkeit, so viel ist klar.

Note to self: Heute verliert Italien! Musik: All of the above.

WM-Splitter

Noch eine Dreiviertelstunde bis zum Kick-Off der ersten heutigen WM-Begegnung. Da heißt es durchatmen, zwischenbilanzieren und Skurilitäten kommentieren. Also:

Welch ein Glück, dass Jugoslavien seit ein paar Jahren in Teilstaaten zerfallen ist, denn wenn man mal die Leistungen der Slowenen und Serben addiert und die ebenfalls vorhandenen Talente der Kroaten dazu nimmt, dann müsste der Gesamtbalkanstaat als heißer Titelfavorit gelten. Viel mehr will ich zur verlorenen Partie der Nationalmannschaft gar nicht schreiben. Es hilft ja nix. Das Mittelfeld spielte insgesamt weit unter seinen Möglichkeiten, die Abwehr bekam weder den schnellen Rechtsaußen, noch den turmhohen Mittelmann in den Griff und Poldi verfiel in den FC-Modus.

Die Reihe der enttäuschenden Fußballgroßmächte ist inzwischen ziemlich lang: Italien, Spanien, England, Deutschland und natürlich Frankreich. In dem Zusammenhang ist mir zu Ohren gekommen, dass Nicolas Sebastian Anelka jetzt die Sportart wechseln und sich dem Extrembügeln verschreiben will. Viel Glück!

Nur die Argentinier und Niederländer gehen anscheinend unbeirrt ihren Weg. Wenn das so weiter läuft, dann könnten diese beiden Mannschaften tatsächlich das Finale bestreiten. Ein verfrühtes Aufeinandertreffen in der K.O.-Runde ist ausgeschlossen. Der Ausgang dieses Endspiels wäre aber von vorne herein klar, denn die Spielkunst und individuelle Qualität der beiden Teams lässt sich mit einem „Kaassoufle met Satesauce“ einerseits und einem auf den Punkt gebratenen Rinderfiletsteak andererseits vergleichen.

Was fiel positiv auf im bisherigen Turnierverlauf? Die zähen und erfolgreichen Bemühungen eiserner Kämpfer und Defensivkünstler: Paraguay, Neuseeland, Algerien, Nordkorea. Was fiel negativ auf? Die zähen und erfolgreichen Bemühungen eiserner Kämpfer und Defensivkünstler: Parguay, Neuseeland, Algerien, Nordkorea. Das ist kein Copy-Paste-Fehler: Es scheint so viel einfacher zu sein, das Spiel des Gegners zu zerstören, als das eigene kreativ zu gestalten. Die Fußballkunst bleibt bis jetzt auf der Strecke.

Im Hintergrund läuft die Nationalhymne der Slowakei. Mit viereckigen Augen nehme ich meine Position (Hinten Mitte) auf dem Sofa ein. Da muss ich jetzt durch.

Note to self: Heute verliert Italien! Musik: Chevelle, Naglfar, Joe Jackson.

Upgrades, Updates, Großstörungen

Dass dieser Tag kommen würde, das war klar wie Kloßbrühe: Heute kam ein größeres Systemupdate von Apple heraus: Mac OS X 10.6.4, der erste dicke Patch, seit ich fast komplett auf Hackintoshs umgestiegen bin. Entsprechend gespannt war ich natürlich: Würde das Update sich installieren lassen, würden die Kisten danach hochfahren, würde alles so funktionieren, wie ich es von meinen Macs gewohnt bin. Ich habe mich ein paar Stunden lang in den einschlägigen Foren umgesehen, die Erfahrungen von Gesinnungsgenossen mit ähnlicher Hardwareausstattung durchgelesen, dann war ich bereit. Zuerst kam der billige Jakob dran, mein Budgetosh zum Ausprobieren. Packerl aufs Testsystem aufgespielt, Neustart, Kernelpanik. Für die weniger bewanderten Leser: Eine Kernelpanik sieht so aus, dass der Bildschirm schwarz wird, sich dann mit mehr oder weniger kryptischem Text füllt und das wars. Ausschalten kann man den Computer noch, mehr aber auch nicht. In meinem Fall ließ sich aus dem kryptischem Text sogar noch ein bisschen was an Information rauslesen: Der böse SleepEnabler war der Übeltäter, ein gehacktes Stückchen Software aus dem schönen Rumänien (kein Witz). Also von der Zweitplatte gebootet, das Ding entfernt und dann gings. Die Kernelerweiterung für den Ton musste ausgetauscht werden, weil meine Spezialkext vom Installer überschrieben worden war. Dann noch die Kernel Flags in der Boot.plist ein bisschen getriggert, Sleepenabler wieder an seinen Platz: Funzt. Das war ja einfach und dauerte nur ca. 20 min.

Das Update meines Produktivsystems Judas ging nach den Erfahrungen mit Jakob noch viel zügiger, problemloser und natürlich ohne Kernelpanik vonstatten. So gesehen bin ich sehr zufrieden mit meinen Hackmacs. Bleibt mein Netbook Luzifer. Hier liegt der Fall komplizierter: Mehr gehackter Code im System, kleinere und weniger kundige Internetgemeinde, ganz andere Installationsmethode. Ich habe mir vorgenommen noch ein, zwei Tage zu warten, bis detaillierte Berichte verfügbar sind, denn sonst besteht durchaus das Risiko, dass sich Luzifer in einen Ziegelstein verwandelt, wie der Engländer sagt (to brick), in einen ziemlich teuren Ziegelstein. OK, ich übertreibe, aber es könnte mir durchaus passieren, dass ich das System komplett neu aufsetzen muss und darauf habe ich keine Lust.

Damit Luzifer sich nicht zurückgesetzt fühlt, habe ich ihm heute einen schönen neuen Speicherriegel spendiert und das System auf die maximalen 2 GB gebracht. Bei dieser Aktion hat sich mein positives Urteil über die Verarbeitung und die Hardware des Geräts von MSI bestätigt. Das Netbook lässt sich leicht öffnen, die Schrauben sind aus vernünftigem Metall, nicht zu sehr eingeklebt und im Inneren sind alle Kabel ordentlich fixiert. Nichts klappert, wackelt und hat Luft. Prima. Der Einbau inklusive Funktionstest dauerte 10 Minuten, so muss das sein (Ich hatte zwischendurch mit dem Kauf eines Dell Mini10v geliebäugelt. Es existieren Filme im Internet, die zeigen, was man bei diesem Netbook anstellen muss, um den Speicher aufzurüsten. Das Gerät muss komplett zerlegt werden, die Prozedur ist unter 45 Minuten nicht zu bewältigen und es finden sich zahlreiche Berichte von ruinierten Schraubenköpfen, weil das Material einfach billiger, weicher Mist ist.)

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So gesehen hätte es ein perfekter Tag sein können, da außerdem die Schweiz Spanien mit 1:0 besiegt hatte. Nach dem Einkaufen wollte ich vor dem Kochen noch mal schnell ins Internet: tot. Telefon: tot (große Erleichterung, da ich doch das Systemupdate zuerst in Verdacht hatte). Also Störungsmeldung beim Provider. Nach ein paar Minuten in der Warteschleife habe ich die Supportmitarbeiterin am Mobilrohr. Es folgt ein Gedächtnisprotokoll des Gesprächs:

Sie: „Guten Tag, hier ist die Vodaphone Hotline, mein Name ist Hase, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Tach auch. Ich habe weder Telefon noch Internet, die Leitung ist tot.“
Sie: „Dann lassen Sie uns das Problem mal eingrenzen. Haben Sie schon mal einen Reset Ihres WLAN-Modems durchgeführt?“
Ich: „Ich habe kein WLAN-Modem, ich habe eine Starterbox.“
Sie: „Ach so, Sie sind Arcor-Bestandskunde, Moment bitte.“
Ich: „Sie brauchen nicht nachzuschauen, ich habe die Box bereits resetet.
Sie: „Ach so. Welches Modem haben Sie denn?
Ich: „Eins von Netgear, habe ich ebenfalls schon zurückgesetzt.
Sie: „Haben Sie einen Router?“
Ich: „Drei!“
Sie: „Ach so.“
Ich: „Hören Sie, ich bin mir sicher, dass die Verkabelung und die Einstellungen hier in Ordnung sind.“
Sie: „Das hören wir immer wieder und dann liegt der Fehler doch beim Kunden.“
Ich: „Ich habe das Webinterface des Routers, der am Modem hängt, hier vor mir. Der Router versucht fortwährend eine Verbindung aufzubauen, bekommt aber keine IP. Mein Telefon ist tot. Ich schlage vor, Sie messen mal die Leitung durch.
Sie: „OK, das dauert ein bisschen. Darf ich Ihnen in der Zeit etwas Musik einspielen?“
Ich: „Grml.“
Ein paar Minuten später:
Sie: „Hören Sie? Hat die Info-Leuchte der Starterbox geleuchtet?“
Ich: „Nope!“
Sie: „Verstehe ich nicht!“
Ich: „Ich schon. Die Leitung ist tot, tot, tohot! Da ist ein Bagger drüber gefahren oder ein Techniker bei Ihnen hat den Strippenzieher gemacht.“
Sie: „Hm. Ich verständige die Technik und die setzt Ihre Verbindung zurück. Das wird etwa eine Stunde dauern. Sollte sich dann nichts geändert haben, rufen Sie bitte noch mal an.“
Ich: „Gut“

Nach einer Stunde besteht die Störung immer noch. Die Hotline besteht nur noch aus einer Bandansage: „Leider sind unsere Telefon- und Internetverbindungen zurzeit von einer Großstörung betroffen. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung, die voraussichtlich bis (Kunstpause) 4 Uhr 30 abgeschlossen sein wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ Ihr mich auch…

Note to self: Nicht gezockt und daher Inflationsopfer. How to get not cought by capitalism in one easy lesson. Musik: keine, Fußball.

Geht doch

Siehste, siehste. Offensichtlich liest Apple hier mit, hat sich meinen Anti-Apple-Rant von vor ein paar Tagen zu Herzen genommen und fluchs einen neuen schicken Mac mini aus dem Ärmel geschüttelt. So sieht er aus:

MMFoto: macnews.de

Kompakter und minimaler geht nicht, sehr schön. Die Leistungsdaten sind, nüchtern betrachtet, alles andere als aufsehenerregend (Ja, ich schreibe das so. Immer noch und für immer.) Ein mittelprächtiger Core 2 Duo, eine mittelprächtige integrierte Grafiklösung, ein heute offenbar unverzichtbarer HDMI-Anschluss, ein SD-Speicherkarten-Slot an der Rückseite des Geräts (Blödsinn, seitlich wäre gut gewesen.) und natürlich Firewire, Bluetooth, Airport, Mini-Displayport. Beim neuen Modell kann man das Gehäuse sogar ohne Tapezierspachtel oder Pizza-Cutter öffnen, dafür gibt es einen Sonderpunkt. Kommen wir zum Preis: Apple will 809 Tacken für das kleinste Gerät. Nochmal: Achthundertneun.

Nehmen wir mal an, wir würden uns für etwa das gleiche Geld einen Hackintosh bauen, dann bekommen wir bei ansonsten gleicher Schnittstellenausstattung und bei Berücksichtigung der Kosten für das Mac OS X einen 2,6 GHz Quadcore, doppelt so viel Speicher und eine Midrange-Grafikkarte mit 1 GB Speicher. Achja, nicht weiter drüber nachdenken.

Note to self: Gute Fahrt! Musik: keine.