Brownout

Ich kenne das ja schon: Wenn bei mir im Haus der Strom abgeschaltet wird, dann ist das nicht gut für meine Magenschleimhaut und die zugehörigen Nervenenden. Bei der letzten Zwangsmaßnahme dieser Art brauchte ich 90 Minuten bis mein G5 (der jetzt nicht mehr mein G5 ist) wieder mit der großen weiten Welt kommunizieren konnte. Dabei habe ich ja nun weiß Gott keinen übermäßig komplizierten Netzaufbau: 3 Router, 3 Switche, eine reale und eine virtualisierte Firewall, das ist doch kaum der Rede wert.

Heute vormittag klingelts und ein herrisches „Stadtwerke“ wird durchs Treppenhaus gerufen. Ah, stimmt ja: Die per Post angekündigte Auswechslung der Zähler. Ich eile herunter und frage vorsichtig, wie viel Zeit ich denn ungefähr noch habe bis der Saft weg ist. „Kann ich Ihnen nicht sagen!“ bekomme ich als Antwort und einen Blick, der besagt: „Ich habe hier alle Fäden in der Hand und du bist ein armes Würstchen.“ Das arme Würstchen hechtet zurück in die Wohnung und beginnt damit das Netzwerk herunter zu fahren. Ich schaffe es auch fast, nur die Magnia braucht ein bisschen zu lange, um sich zu sortieren und deswegen auch der für den Remotezugriff verwendete Rechner. Autsch. War bestimmt ein Bild für die Götter: Schreckgeweitete Augen, Finger auf der Tastatur, Mund halb offenstehend, Bildschirm schwarz.

Ich stoße einen lauten und nicht zitierbaren Fluch aus und überlege kurz, in den Keller zu gehen und den Monteur ein bisschen zu verprügeln. Andererseits wirkte der ziemlich kräftig und ziemlich entschlossen. Na gut. Von übelsten Vorahnungen gequält setze ich mich auf den Balkon und starre ein Loch in die Luft. Mann, das dauert, so lange kann das doch gar nicht dauern…. Schließlich stapfe ich nach unten, weg ist der Kerl, die Zähler sind getauscht, mal eben kurz klingeln war wohl zuviel verlangt.

Es kommt, wie es kommen musste: Der Router für das innere Netz überträgt gar nichts mehr, bei der Magnia ist ein Interface nicht mehr verbunden und das Modem kriegt keine Verbindung nach draußen. Grummelnd gebe ich mich ans digitale Aufwischen, immer schön systematisch von außen nach innen. DSL-Box? check, DSL-Modem Reset? check, Firewall Reset? check, hilft aber nix, der externe NIC schweigt wie ein Grab. Beim dritten Versuch blinkt es endlich verheißungsvoll, puh. Aus der DMZ ins Internet: check, aus den anderen Subnetzen ins Internet? Nada. Die Konfiguration des Routers hat es komplett zerlegt. Backup einspielen, Reset: check.

Die ganze Chose hat fast eine Stunde gedauert. Das hätte nicht sein müssen. Die 30 Sekunden hätte Mr. STAWAG doch wohl noch erübrigen können. Menno!

Note to self: Überflüssig im Grunde. Schick dich! Musik: Moby, Moody Blues.

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