God is not a DJ…

…he`s a biochemist. Es war nur eine Frage der Zeit bis Craig Venter und sein Team den ersten synthetischen Organismus erschaffen würden. Spätestens seit Venter maßgeblich zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms beitrug wissen wir, dass diesem Mann nichts heilig ist. Warum auch? Die aus dieser Art von Forschung resultierenden Produkte versprechen Profite, von denen man bisher nur träumen konnte.

Fabulieren wir ein wenig von der schönen neuen Welt, die vor uns liegt: Es wird nicht mehr lange dauern bis sämtliche Endprodukte der organischen Chemie von spezialisierten Mikroorganismen in Tanks hergestellt werden können. Diese Art der Biosynthese ist ohne Zweifel eine der kommenden Schlüsseltechnologien. Spätestens bei der großtechnischen Anwendung wird sich herausstellen, ob sich diese Fermenter nicht als Pandoras Büchsen erweisen werden.

Aber nicht nur das versehentliche Entweichen unserer Geschöpfe wird uns Sorgen machen, sondern erst recht das Treiben der Viecher, die wir absichtlich in die Umwelt entlassen: Organismen, die unseren Müll fressen, die Schädlinge bekämpfen, die unsere Straßen beleuchten und vielleicht irgendwann sogar herkömmliche Mikroprozessoren und andere elektronische Bauteile ersetzen.

Wenn wir dann mit der Leistung unseres Computers nicht mehr zufrieden sind, dann setzen wir ein Enzym zu und warten, bis der Arbeitsspeicher sich durch Zellteilung verdoppelt hat. Andererseits werden wir feststellen, dass unsere Waschmaschinen die Grippe kriegen können und dass die Inkompatibilität von Produkten unterschiedlicher Hersteller zu widerlich stinkenden Lachen aus sich zersetzendem Zellbrei führt.

Nein, ich will ganz bestimmt nicht „die Kassandra machen“. Herr Venter lässt sich ja auch mit dem Statement zitieren „Sie sollen machen, was wir wollen.“ Guter Plan. Nur sollte auch der Herr Venter wissen, dass Organismen im biochemischen Sinn grundsätzlich nie das tun, was jemand anderes will, sondern das, was sie machen müssen. Und das, was sie machen müssen ist eben nicht festgezimmert, sondern einer ständigen ungerichteten Veränderung unterworfen. Verdammt!

Note to self: Du hast recht und ich hab was besseres zu tun. Musik: Pat Metheny.

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