Besinnungslos in die nächste Runde

Nein, kein Jahresrückblick. Retrospektiven wurden in den vergangenen Tagen ohnehin in Hülle und Fülle verbreitet: Menschen 2008, Album 2008, der Olympiarückblick, der Bundesligarückblick, der EM-Rückblick, Nuhr 2008 (schwach!) und der satirische Jahresrückblick der „Frontal21“-Glossisten (auch nicht so toll). Was für mich übrig bleibt aus dem fast schon vergangenen Jahr, das weiss ich zwar ganz genau, werde es aber mal lieber für mich behalten.

Wagen wir einen Ausblick auf die kommende Umrundung des Zentralgestirns, dann bleiben ein paar Dinge übrig, auf die wir uns anscheinend fest verlassen können: Die Gier und die Dummheit der Menschen im Allgemeinen, die bodenhaftungslose Ignoranz der Mächtigen und Großkapitalisten im Besonderen, die Unterklassigkeit des Fussballclubs Alemannia Aachen, die miese Qualität der beliebtesten Populärmusik und der zunehmende Einfluss religiöser Fanatiker.

Da bin ich dann auch schon beim Thema, denn eine weitere Konstante des Weltgeschehens scheint der Konflikt im nahen Osten zu sein. Die aktuellen Bilder aus Gaza zeigen in aller Brutalität, dass kein Stückchen der Erdoberfläche zu klein sein könnte, als dass man sich nicht die Köpfe darüber einschlüge. Wie eine heftige exotherme Reaktion in einem Erlenmeyerkolben, so mutet die kriegerische Auseinandersetzung in und um diesen winzigen Küstenstreifen an. Als hätte ein Experimentator sich entschlossen, dem Rest der Weltbevölkerung ganz deutlich und im Minimalmaßstab vor Augen zu führen, woran es hapert auf unserem Planeten, wohin es führt, wenn man das idiotische Dreinschlagen nicht unterlassen kann und wer darunter am meisten zu leiden hat. Schon längst haben die meisten erkannt, dass es nicht mehr darum gehen kann, wem das Land gehört, wer seine historisch eben nicht begründbaren Gebietsansprüche durchsetzen kann. Aber die Scharfmacher auf beiden Seiten wollen es nicht hören, wollen der friedensbereiten aber offensichtlich ohnmächtigen Mehrheit keine Chance lassen. Den Opfern wird es egal sein, ob sie an einer primitiven Rakete aus einer Hinterhofwerkstatt oder einer intelligenten Bombe sterben, die von einem hochmodernen Apache-Kampfhubschrauber abgeworfen wurde. Kriege mögen asymmetrisch sein, Tote sind es nicht. Das vergossene Blut ist niemals muslimisch oder jüdisch, sondern einfach nur überflüssig und sinnlos.

Draußen gehen die ersten Kracher hoch. Ich zucke nicht zusammen. Ich denke an die Trauer der Mütter und Väter der vom Sprengstoff zerrissenen Kinder, an die Angst in vermeintlich raketensicheren Schutzräumen, an die Gebete der Hubschrauber- und Panzerbesatzungen, an Menschen, die gezwungen sind stundenlang um Brot anzustehen und dabei unaufhörlich den Himmel absuchen, die auf Schutthaufen sitzen und nicht mal mehr weglaufen wollen, die nicht verstehen können, was nicht zu verstehen ist. Einen Krieg kann man genau so wenig gewinnen, wie ein Erdbeben.

Note to self: Chili im ganz kleinen Kreis, ein paar Tequila dazu wären nicht schlecht. Musik: Cryptopsy – Keeping the Cadaver Dogs Busy.

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Xmas-Countdown mit Hindernissen

So, noch schnell der obligatorische Beitrag vor dem Hauptkonsumfest:

Natürlich muss ich erst mal dem blogghead zu seinem 40. Geburtstag gratulieren. Alter, halt die Ohren steif und vielleicht schaffen wir ja mal ein gemeinsames Kaltgetränk im kommenden Jahr!

Natürlich musste ich mir gerade noch rechtzeitig einen mörderischen Magen-Darm-Virus an Land ziehen, der mit äußerst unangenehmen Begleitumständen einher ging, deren ausführliche Schilderung mit Rücksicht auf die Leserschaft unterbleibt. Inzwischen geht es wieder so la la. Ich bin fest entschlossen, meinen Beitrag bei der weihnachtlichen Spachtelei zu leisten, drückt mir die Daumen.

Natürlich macht mein Drucker, der über Monate klaglos mitzog, gerade heute üble Sperenzien. Der Betriebssystemwechsel auf Leopard geht doch nicht so glatt wie gehofft. Außerdem sei hiermit in aller Deutlichkeit geschrieben, dass ich die letzte Version von iLife, vor allem die Komponenten iMovie und iDVD für das Allerletzte halte. Damit tut sich Cupertino keinen Gefallen. Mal eben eine DVD für Vattern basteln – ja denkste. Inzwischen ist das Elaborat fertig zum brennen, das war aber ein zäher Kampf, der nur unter Zuhilfenahme der alten Programmversionen gewonnen werden konnte.

Natürlich muss ich noch mal in die Stadt und mir graust es jetzt schon. Wenigstens habe ich kein Parkplatzproblem und mittlerweile eine gesunde „Ihr könnt mich mal gernhaben“-Stimmung, die hoffentlich Ausflipper beim Zielsprint verhindern wird. Warum nur, warum tun wir uns das „alle Jahre wieder“ wieder an? Können wir nicht einfach mal ein konsumfreies, durch und durch friedliches und entspanntes Weihnachtsfest feiern? Nein, können wir nicht.

Auf diesem Wege möchte ich allen Lesern ein paar wirklich schöne Tage wünschen. Zumindest sollte man ein bisschen Abstand von den desaströsen Nachrichten gewinnen, die in der letzten Zeit wie Steinschläge auf uns niedergeprasselt sind. Das Tütchen mit der Aufschrift „Besinnlichkeit“ bitte jetzt aufreißen und den Inhalt in etwas warmem Wasser auflösen. Wird schon!

Xmas-Skid

Küsschen – Euer Skidman

Note to self: Na klar: Der Spiegel schreibt heute über „Die brutalen Sex-Praktiken der Tiefsee-Tintenfische“. Dürrenmatt hatte schon recht: Uns kommt nur noch die Komödie bei! Musik: Juliette & The Licks, Satyricon, Amon Amarth.

Ja da kann man sich doch nicht nur hinlegen

Es ist noch gar nicht so lange her, da kämpfte das hiesige Schauspielhaus mit mäßigen Besucherzahlen, zusammengestrichenen städtischen Fördermitteln und zum Teil vernichtenden Kritiken des lokalen Feuilletons. Doch zur Zeit läuft es besser. Die aktuelle Inszenierung von Brechts Dreigroschenoper ist über Monate ausverkauft. Ich will nun bestimmt nicht so tun, als wäre ich regelmäßiger Theaterbesucher, im Gegenteil. Mein letzter Besuch fand noch zu Schulzeiten statt und gegeben wurde damals – die Dreigroschenoper und zwar opulent, circensisch und ungefähr so, wie das Cover von Tom Waits Album Swordfishtrombones daherkommt. Die gestrige Aufführung war viel schlichter, angemessener und auf den Punkt gebracht. Großartig fand ich Elisabeth Ebeling als Mrs. Peachum, Karsten Meyer als Tiger Brown und natürlich Torsten Borm als Mac, dagegen fiel die Polly (Elke Borkenstein) ein bisschen ab.

Das gequälte leise Lachen im Publikum, das immer dann zu vernehmen war, wenn das Wort „Bank“ im Text vorkam, zeigte wie der Brecht in der aktuellen Lage ankommt, zum Teil kann man eben fast annehmen, das Stück sei für die Krise geschrieben. Natürlich würde man hier und da am liebsten laut mitsingen und das nicht nur bei der weltbekannten Moritat. „Die Ballade von der sexuellen Hörigkeit“, der „Salomon-Song“ und „Der Song von Ja und Nein“ sind einfach großartige Stücke. Und irgendwie passte die Parabel von Moral und ihren Grenzen für mich auch ganz gut zum gestrigen Tag. Ab und zu hat man eben seinen „Moralischen“ und verfasst dann seltsame und selbstmitleidige Texte, die vielleicht besser auf der lokalen Festplatte als im weltweiten Netz aufgehoben wären. Seis drum.

Als der reitende Bote des Königs dann die Begnadigung von Macheath verkündet hatte und der letzte verbliebene Rest im Last Exit beim Bier saß, da war eigentlich das Ende aller katharsischen Anstrengungen erreicht. Tatsächlich bekam ich aber noch kräftig und zu recht den Kopf gewaschen. Auch deshalb wird mir der Tag wohl noch ziemlich lange nachhängen. Wer weiß wozu das gut ist.

Note to self: Sturmklingler mitten in der Nacht. WTF? Musik: Die Dreigroschenoper, Lea, Meshuggah.

Krümmung

Bei der Durchsicht der letzten zahlreichen neuen Beiträge (beachtlich!) in der flusslandschaft überkommt mich einerseits Wehmut (OK, das ist sicherlich auch der Jahreszeit geschuldet. Gegen die ständige Dunkelheit hilft eigentlich nur die Erinnerung an die Leichtigkeit jungendlicher Sommer.), andererseits die Sehnsucht nach etwas wirklich Frischem. Irgendwie ist ja schon klar, dass mit den Jahren auch die Wichtigkeit der Erinnerungen zunimmt, schließlich ersetzen sie nach und nach die hoffnungsvollen Erwartungen und Chancen. Es ist schon merkwürdig: Es gibt jahrelange Abschnitte, die scheinbar spurlos an mir vorbei gegangen sind, von denen nichts blieb als ein paar Quadratzentimeter zusätzliche Kahlheit und die halbvernebelte Müdigkeit nach traumlosen Schläfen. Scheinbar muss es deswegen heißen, weil in letzter Zeit immer häufiger bizarre Bruchstücke aus diesen Zeiten in den grellbunten Ringkämpfen am Ende der Nacht auftauchen und mich bis in den Tag verfolgen, wo sie kleine fiese Fragen stellen und sich nicht abschütteln lassen. War es wirklich so schlau wesentliche Teile des Hauptstudiums vor Carrombrettern zu verbringen? Haben die zahlreichen kilometerlangen Fahrten zwecks Fluchthilfe und die nachfolgenden Komplettverbarrikadierungen die Chancen auf ein nachhaltiges Wahrhaftigwerden zu früh und zu gründlich zerstört? Hätte man der süßen Wärme geteilter Nachtlager damals nicht etwas gründlicher und ernsthafter nachspüren sollen, in der Hoffnung, dass davon etwas unzerbrechlich überdauert? Hätte sich der naheliegende Sinn der Gesamtveranstaltung für mich in wohltemperierten Fläschchen und vollgeschissenen Windeln erfüllen können? Hätte ich dann die kleinen Jungs, die über Nacht zu übermännlichen Vätern geworden sind, mit weniger Häme betrachtet und etwas mehr von ihnen übrig behalten als eine Liste von Telefonnummern mit zweifelhafter Aktualität? Würde der Riemen, an dem es sich zu reißen gilt, mir nicht ganz so sehr wie eine Karotte vorkommen, die an einer Angelrute unerreichbar vor mir pendelt? Sinnlos ist die Suche nach Antworten, denn zu tief ist die Grube und damit das Licht mich träfe müsste sich die Erde anders krümmen.

Note to self: Dreigroschenabend. Musik: Izah, World Downfall, Machine Head.

Herbstmeister

So, es ist Winterpause, ausnahmsweise ist draußen sogar so etwas wie Winter (Hier: Nebel, kalt, hartnäckiger Raureif), also kommts einigermaßen hin. An den vergangenen Spieltagen konnte man ja bereits die ganze Palette der möglichen Ankleidungsvarianten der kickenden Protagonisten bewundern: Da sind die Spieler, die auch bei Minusgraden konsequent im Kurzarmtrikot auflaufen, wobei dieses gerne in Kombination mit Handschuhen und langer Funktionsunterwäsche getragen wird. Die weniger Hartgesottenen tragen Langarmshirt und Rollkragenunterhemd. Zum Glück bleibt dem Zuschauer der Anblick schwarzer Strumpfhosen erspart, man erinnert sich mit Schaudern an die Siebziger, in denen eben jene peinlichen Beinkleider in Kombination mit ultrakurzen Hot Pants getragen wurden. Verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass auch die Torleute das Tragen langer „Schlumelhosen“ (Wolfgang Kleff!) offensichtlich ablehnen, sei es, weil sie sich zu solidarischem Mitfrieren mit ihren Vorderleuten bekennen, sei es, weil sie ihre Position inzwischen als Hilfslibero interpretieren und somit gar nicht auskühlen können. Weitere Erklärungsmöglichkeiten sind Klimawandel und Rasenheizung, aber das Fass will ich in diesem Beitrag lieber nicht aufmachen.

Betrachten wir mal kurz die Bundesligatabelle: Gladbach ganz unten, damit hatte ich nicht gerechnet. Jetzt bekunden auch noch die Bayern Interesse an Marin und Baumjohann. Falls die beiden weggehen, werden die Lampen endgültig ausgehen. Jedenfalls stehen die 5 Clubs mit dem kleinsten Etat auf den letzten 5 Plätzen. Man sollte mal darüber nachdenken, ob man den Spielbetrieb nicht gleich einstellt und die Abschlusstabelle anhand der wirtschaftlichen Kenndaten ermittelt. Alternativ könnte man auch eine europaweite Obergrenze für Spielergehälter und Ablösesummen einführen, aber das wäre den Machern wieder zu sozialistisch. Nebenbei bemerkt: Wenn die DFL so weitermacht, wird es demnächst überhaupt keine parallel ausgetragenen Spiele mehr geben, damit die Premiere-Gucker auch kein Sekündchen verpassen.

Aber zurück zur Tabelle: Bremen und Stuttgart enttäuschend, Hertha überraschend gut, da konsequent defensiv, Schalke schwach, da kein Stürmer im Kader, Dortmund besser, da mit Kloppo und Leverkusen bis zur Blamage gegen Cottbus mein Meisterschaftsfavourit. Die Bayern habens dann doch noch fast bis an die Spitze geschafft, aber die haben ja auch Ribery, was für ein Goldjunge. Und dann ist da noch dieser komische süddeutsche Retortenclub namens TSG 1899 Hoffenheim, gehyped, gehasst, bewundert.

Als sie durch die zweite Liga marschierten, habe ich noch gedacht, dass sie im Oberhaus schon zurecht gestutzt werden würden. Die Anfeindungen gegen Hopp fand ich immer blödsinnig, zum Teil unter aller Sau. Mäzene hat es im Profifussball immer schon gegeben, also was solls. Natürlich muss man die feine Spielkultur anerkennen, muss ausserdem würdigen, dass der Verein einiges in die Nachwuchsförderung investiert. Man muss als Alemannia-Fan hinnehmen, dass der aktuelle Topscorer der Liga, wie so viele richtig gute Spieler, auch mal in Aachen gespielt hat, sich dort aber nicht entfalten konnte. Das alles muss man, nur eins muss man nicht: Man muss die TSG nicht mögen.

Sympathie und Antipathie sind oftmals nicht rational begründbar, im Fussball erst recht nicht. Also versucht man es am besten gar nicht. Ich mag die Werksmannschaft Wolfsburg nicht, die Bayer-Jungs dagegen schon. Ich kann Hannover nicht leiden, außer wenn Schlaudraff spielt. Seit dem legendären Strafstoß von Mario Krohm gegen Mannheim verabscheue ich den Waldhof, fand Schlappner aber immer kernig. Ich finde, dass der 1. FC Köln der mieseste Verein auf diesem Planeten ist, auch wenn er Spieler wie Podolski und Helmes groß gemacht hat, die ich heftig verehre. Also darf ich auch Hoffenheim hassen, einfach so.

Note to self: Kurtis Kohlenhydrate, ohne sie wäre ich schon längst verhungert. Musik: Opeth, Nine Inch Nails, One Minute Silence.

Jöck es schlemmer als Ping…

…und Durst ist schlimmer als Heimweh. Natürlich ist es schmerzhaft, wenn man was Gutes am Laufen hatte und -auch emotional- investiert hat und dann einen Schlussstrich ziehen muss, aber damit komme ich zurecht. Natürlich tut es mir leid, dass jetzt zumindest zwei nette Menschen ebenfalls zu Leidtragenden werden, die völlig unbeteiligt sind, aber daran kann ich nichts ändern, ohne mir untreu zu werden. Und „leidtragend“ ist genau das richtige Stichwort: Es ist überhaupt nicht meine Schuld, sondern nur meine Strafe, wenn ich sie wähle und das werde ich ganz bestimmt nicht tun. Meine Entscheidung war zwar nicht leicht, vor allem aber war sie nicht leichtfertig. Deshalb kann ich mit den Folgen leben.

leerlidl

Schwerer fällt mir der Umgang mit den unschönen Nachbeben, merkwürdigen Kommunikationswegen und Querschlägern. Es ist absolut unnötig, mich zum Aufkratzen des gerade erst gebildeten Schorfs anzuhalten. Erst recht brauche ich keinen Anschauungsunterricht, wie manipulativ und manipulierbar Menschen sein können, vor allem, wenn sie das vermeintlich beste wollen. So viel zu „Jöck“ und „Ping“.

Die Reihen scheinen sich zu lichten. Dabei ist die Frage nach dem Wasserstand im Glas diesmal gar nicht so leicht zu beantworten. Im Bereich der Grenzfläche hat sich nämlich eine Art Plasma gebildet, unzugehörig und wabernd. Ich wünsche mir einfach einen definierten Aggregatzustand, dann könnte selbst eine minimale Neige gar nicht so bitter schmecken. So viel zu „Durst“ und „Heimweh“.

Note to self: Gut geklont ist anscheinend nicht mal halb installiert. Musik: Kruder & Dorfmeister, Down, KT Tunstall.

Mubu fest & Mubu woes

Zu einem stimmungsvollen adventlichen Liederabend fand man sich am Freitag Abend im Musikbunker Aachen ein.

MUBU

Entegegen der Ankündigung wurden die Lokalmatadoren von chthonian und cobe nicht von moshbox aus Düsseldorf sondern von Monstertone aus den Niederlanden unterstützt. Für Liebhaber der rauheren Töne ein verheißungvolles Programm. Entsprechend vorfreudig machte ich mich nach der Probe auf den Weg.

Die Metaller von chthonian waren bereits voll bei der Sache, als man im halbwegs gut besuchten Bunker eintraf. Sie präsentierten sich erneut spielfreudig und technisch überzeugend, gegenüber dem letzten Gig beim Gehirnstürm aber viel lockerer, ein prima Auftritt. Der einzige Kritikpunkt betrifft den Wichtigtuer am Mischer, denn der hatte wahrlich nicht seinen besten Tag. Es ist schon klar, dass der Mubu nur schwer optimal zu beschallen ist, trotzdem sollte es nicht so sein, dass man den Eindruck hat, der Schlagzeuger säße ein Gebäude weiter. Außerdem braucht Metal Schalldruck, da sollte man den Bass nicht so trocken und die Gitarren nicht noch höhenlastiger abmischen.

Etwas besser bekam er es bei den holländischen Monstertönern hin, die vor allem zeigten, dass Alter nicht vor Rock schützt. Schlagzeuger und Frontman (Gesang u. Gitarre) hätten locker die Söhne von Bassist und Axter sein können. So etwas finde ich immer klasse, das liegt vielleicht auch meiner eigenen musikalischen Sozialisation ;-). Den ersten Auftritt außerhalb der niederländischen Staatsgrenzen können die Herren jedenfalls als Erfolg verbuchen: Solider kraftvoller Southern Rock, ansprechend vorgetragen und eine sehr schöne Coverversion von Downs „Lifer“, die bei mir zu einem ersten begeisterten Ausflipper führte (Ist halt einfach eine Wahnsinnsnummer).

Als cobe begannen, war die Zeit schon ziemlich weit vorgerückt. Einerseits ist es natürlich schön, wenn die Location späte Extremlautstärken gestattet. Andererseits war es am Freitag tatsächlich so, dass ein paar Leute bereits vor dem Headliner abrauschten. Schade, denn cobe hatten Spaß, das merkte man deutlich und entsprechend gelungen war auch der Auftritt („You smile“, so geil). Der Sound kam mittelprächtig rüber (Bassdrum und Becken fast unhörbar, Bass schön präsent, Gesang fast schon zu weit vorne, Robbis Gitarre dagegen viel zu zahm), die Stimmung war aber ausgezeichnet. Dazu trugen vor allem die völlig enthemmten Kollegen (Ben und Mulle) von Ödli bei, die vor der Bühne einen 2Mann-Moshpit aufmachten und mit dem Zuruf „Außer Silke schwitzt hier keiner“ in die Bandgeschichte eingehen werden.

Tja, bis dahin war es ein schöner Abend. Und wie heißt es: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Das hätte ich mal beherzigen sollen. Ich tat es nicht. Deshalb musste ich mich zuerst ein bisschen und dann ganz gewaltig ärgern. Zunächst fand ich es nicht nett und auch nicht angemessen, wenn man 20 Minuten nach Ende des letzten Gigs ziemlich unfreundlich aus dem Raum geworfen wird. Dass diese Aufforderung auch noch ausgerechnet von der personifizierten Unfähigkeit am Mischpult ausgesprochen wurde, machte die Sache nicht besser. Naja, man verzog sich halt in den Backstage-Bereich, um mit den Protagonisten des Abends bei Wodka und Slivo noch ein bisschen zu feiern. Was dann passierte, das werde ich hier nicht ausbreiten. Es sei nur so viel geschrieben: Man sollte wissen, wann man genug hat. Selbst gut beduselt sollte man wissen, was man sagt oder besser nicht sagt. Wenns schief geht, dann entschuldigt man sich. So gesehen hat an diesem Abend jemand richtig Glück gehabt, dass er nicht aufs Maul bekommen hat (Nein, nicht von mir), sondern nur rausgeworfen wurde und das zu recht.

Die Konsequenzen meinerseits werden morgen gezogen. Schade drum, aber nicht zu ändern.

Note to self: Wenigstens Wintersport. Musik: Schweisser – Eisenkopf.