För ze frecke

Vorgestern beim Discounter war es so weit: Mein iPod Shuffle der ersten Generation riss die Füsse hoch (Letzter gespielter Titel: Metallica – All Nightmare Long) und hauchte seinen Geist aus. Ein- und ausschalten ließ er sich schon lange nicht mehr, aber günstigerweise war der winzige Plastiknippel, der langfristig im Grunde nur die Idee von einem Schalter symbolisieren konnte, in der richtigen Stellung verreckt. So konnte man den Player also weiterhin verwenden, wenn man ihn bei Nichtbenutzung in den Ruhezustand versetzte und darauf achtete, dass der Akku nicht komplett entleert wurde. Das kleine Ding hat ziemlich genau drei Jahre durchgehalten, die Ohröhrer waren bereits nach zwei Jahren fällig, allerdings war hier der Defekt eindeutig vom Besitzer verschuldet. Warum schreibe ich das alles?

Auch die weniger paranoiden Naturen haben inzwischen mitbekommen, dass moderne Produkte so gestaltet werden, dass sie nach einer vorbestimmten Zeit der Nutzung in den Orkus gehen. Das ist nicht die Folge von Schlampigkeit bei der Entwicklung. Ein ganzes Team von Designern zerbricht sich den Kopf darüber, wie man dem Kunden einerseits beim Kauf Stabilität und Wertigkeit vermitteln kann, andererseits dafür sorgt, dass eben jener Kunde nach der vorgesehenen Spanne erneut die Börse zücken muss. Diese Produkte, die demnach eigentlich auch zum Kaputtgehen gemacht werden, oder vielmehr ihre traurigen Reste werden dann in Container verpackt und nach Afrika und Ostasien verschickt, wo Müllkinder die Wertstoffe herausätzen oder herausschmelzen und dabei ihre Gesundheit ruinieren. Somit trägt die Verkürzung der Produktlebensdauer auch noch zur Verkürzung der Lebenserwartung in den Entsorgungsländern bei.

Damit ist der Bogen geschlagen (Wer nicht über die segensreiche Gabe einer robusten zynischen Geisteshaltung verfügt, sollte jetzt vielleicht etwas anderes lesen): Vor einigen Jahren hielt Steve Jobs eine Rede vor den Absolventen einer amerikanischen Eliteuni. Er wurde philosophisch, was möglicherweise damit zu tun hatte, dass er gerade dem Krebstod von der Schippe gesprungen war und sagte sinngemäß, es sei doch im Grunde ein Segen, dass die menschliche Lebenszeit begrenzt ist und eine Generation irgendwann Platz machen muss für eine neue. Damit hatte er sicher recht, überlegen wir nur kurz, was alles an untoten Gestalten aus der Weltgeschichte auf dem Planeten herumschleichen würde, wenn es sich nicht so verhielte.

Wenn unsere Spezies im Gegensatz zu Prokaryonten und Protozoen von vorne herein zum Ableben bestimmt (Die Verwendung des Wortes „gemacht“ verbietet sich an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen) ist, dann stellt sich aber auch die Frage nach einer -hm- angemessenen Daseinsspanne. Aus biologischer Sicht ist die Frage nach deren Dauer leicht zu beantworten. Wir sind da, um eine ausreichende Zahl an Nachkommen zu produzieren, damit das Spiel der natürlichen Auslese in die nächste Runde gehen kann. Wer nicht fertil ist, kann eigentlich abtreten (An dieser Stelle kommt die Mehrzahl der männlichen Bewohner eindeutig besser weg, das ist aber nicht meine Schuld, Ladies.).

Schaut man sich die durchschnittliche Lebenserwartung im mittelalterlichen Europa an, dann stellt man fest, dass der tatsächliche und der von mir gerade angegebene Wert noch vor ein paar hundert Jahren gar nicht so weit auseinander lagen. Dann kamen Hygiene, Kunstdünger, Penicillin, Automatisierung und nun sitzen wir da, fürchten uns vor Demenz, Schüttellähmung, Diabetes und allen anderen Formen des Siechtums und können trotzdem nicht anders, als uns mit unserer ganzen Hoffnung an das nächste Lebenskapitel, Jahrzehnt oder Jahr zu klammern.

Natürlich hat unsere höhere Lebenserwartung auch etwas Gutes (Ich will hier niemanden verstört zurücklassen!). Es ist nämlich so: Mein defekter iPod (Autsch, ich weiß.) ist doch noch nicht ganz tot. Er kann weiterhin als Datenspeicher eingesetzt werden, auch wenn seine Kapazität nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Wenn wir also als Gemeinschaft vom allgemeinen Älterwerden profitieren können, dann vor allem deswegen, weil die ältere Generation durch ihre Erfahrung das Leben aller bereichert. Hin und wieder stellt sich ja doch so etwas wie Weisheit ein und wenn wir ein bisschen hochrechnen, wird irgendwann möglicherweise eine durchschnittliche Lebenserwartung Realität sein, die einen substantiellen (!) Fortschritt für die Lebenswirklichkeit der gesamten Menschheit ermöglicht. Und vielleicht wird dann eingesehen werden, dass Produkte langlebig und reparaturfreundlich sein müssen, weil unsere Ressourcen endlich und Profit eine Illusion ist.

Note to self: Mein Lieber, du spinnst ja! Musik: Mardi Gras.BB, Tito & Tarantula, Mauracher, Dream Theater.

Sinnkrise

Es ist erst ein paar Tage her, da durfte Hans-Werner noch von sich geben, dass die im Banken-Rettungspaket verankerte Gehaltsobergrenze von 500.000€ für leitende Angestellte ein schwerer Konstruktionsfehler sei, weil er die Verantwortlichen davon abhalten würde, die Hilfe auch in Anspruch zu nehmen. An der Stelle musste man sich wieder einmal fragen, auf welchem Planeten Hans-Werner eigentlich lebt. Dieser Mann reist von TV-Diskusssion zu TV-Diskussion, jeder dürfte seinen markanten Bart kennen und auch seine Lieblingspose: Die Hände vor dem haarigen Kinn zusammengelegt wie zum Gebet, der Blick geht ins Leere. Das wird von allen Regisseuren gerne gezeigt und dem Zuschauer der Eindruck vermittelt, dass der wirtschaftsweise Durchblicker nur noch mit Mühe die Äußerungen seiner Mitdiskutanten erträgt und lieber in sich hinein schweigt, weil die anderen eh zu blöd sind.

Das geht meist so lange, bis doch jemand das böse M-Wort in den Mund nimmt, denn beim Mindestlohn hört für Hans-Werner der Spaß auf. Plötzlich kommt Bewegung in den Mann, als würde die berühmte unsichtbare Hand sich seiner bemächtigen. Berücksichtigt man, dass Hans-Werner aus Brake in Westfalen stammt, dann muss man den nun folgenden Wortschwall als flammenden Appell werten: Stets zu hohe Tarifabschlüsse und der Kündigungsschutz seien die Geißeln der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Nur Lohnzurückhaltung und der Kombilohn tauge, sozial sei das, was Arbeit schaffe. In der absonderlichen Vorstellungswelt von Hans-Werner sind die Kapitalisten die Lichtgestalten und jedes noch so ausbeuterische Beschäftigungsverhältnis zu loben, da es ja der Wertschöpfung und damit dem Wohlstand der Volkswirtschaft diene. Das Problem mit der ungleichen Verteilung dieses Wohlstands klammert Hans-Werner gerne aus, nötigenfalls solle eben der Staat das magere Gehalt so weit aufbessern, dass niemand verhungern müsse.

Im Hans-Werner`schen Universum müssen Unternehmer und Manager immer noch ausschließlich verantwortlich handelnde Menschen vom Schlage eines Grundig, eines Bosch, eines Leverkusen sein, die gelenkt durch die bereits genannte unsichtbare Hand das Wohlergehen ihrer Belegschaften nicht aus den Augen verlieren. Dabei übersieht er, dass in der modernen globalen Wirtschaftsordnung die Renditegier der Anteilseigner, die Gewinnvorgaben von Ratingagenturen und ein beispielloses Überangebot an billiger Arbeitskraft die ökonomischen Prozesse bestimmen. Jedem Mittelständler vom alten Schlage (die gibt es durchaus noch, blind bin ich nicht) stehen mehr und mehr Konkurrenten gegenüber, die von sozialer Marktwirtschaft noch nie etwas gehört haben. Wer sich dabei langfristig durchsetzen wird, ist völlig klar.

Nun aber hat Hans-Werner den Bogen überspannt. Hätte er sich beizeiten mit den Gepflogenheiten des Usenet vertraut gemacht, wäre ihm der unsägliche Sündenbockvergleich nicht herausgerutscht. Im Usenet gibt es nämlich die so genannten Laws: Gesetzmäßigkeiten des Diskussionsverlaufs, die Beobachter der Community zusammengetragen haben. Eines der Usenetgesetze ist Godwin`s Law. Ein Usenet-gestählter Hans-Werner hätte den Mund gehalten. Er hätte sich nicht in die traurige Versammlung seiner bedauernswerten Vorgänger (Herta Däubler-Gmelin, Edmund Stoiber, Oskar Lafontaine, Helmut Kohl, Joschka Fischer, Helmut Schmidt) eingereiht. Die nun nachgereichte Entschuldigung hilft übrigens auch nicht. Das Kind ist im Brunnen, Michael Ballack weiß ein Lied davon zu singen. Wir werden Hans-Werner zukünftig wohl etwas seltener im TV zu sehen bekommen. Und das ist eine positive Wendung, zumindest für den Zustand meiner Magenschleimhaut.

Note to self: Das bisschen Haushalt, Alter. Musik: Tom Waits, The Used, Tool.

Aus gegebenem Anlass…

Spam Bild:http://i219.photobucket.com/albums/cc117/sandcrawler79/

…habe ich seit heute die Kommentarfunktion auf registrierte Benutzer beschränkt, da ich in Spam ertrinke und mir die Verwendung von Anti-Spam-Plugins für WordPress nicht möglich ist (Ich verwende eine abgespeckte WP-Variante, die mein Webhoster zur Verfügung stellt.). Selbstverständlich bleiben die Daten, Email-Adressen usw. aller registrierter Benutzer vertraulich und werden nicht weitergegeben. Ich werde mich bemühen, Registrierungsanfragen schnellstmöglich zu bearbeiten, bitte um Verständnis und hoffe, dass trotz dieser Hürde hin und wieder ein Kommentar eintrudelt. Das motiviert nämlich ungemein.

Note to self: 16 Säcke! Dann doch lieber Nadelbäume. Musik: Melvins, Megadeth, Mastodon.

Verdienter Sieg

Als Lewis Holtby nach zwei Dritteln der ersten Hälfte die Kugel butterweich von halbrechts in den Sechzehner brachte, Benjamin Auer mustergültig hochstieg und die Flanke mit einem platzierten Kopfstoß gegen die Laufrichtung von Dimo Wache im Mainzer Tor versenkte, da war der beste Moment des Tages gekommen. Die Alemannen führten mit 2:0 gegen den bislang ungeschlagenen ehemaligen Tabellenführer der zweiten Liga. Ein kräftiges aber mildes Lüftchen wehte über den guten alten Tivoli, die Stimmung auf den Rängen war hervorragend und die Leistung der Kartoffelkäfer war die beste der gerade laufenden Saison.

Läuferisch und taktisch konnte die gesamte Mannschaft überzeugen, das Mittelfeld glänzte, besonders Lehmann und Holtby taten sich hervor. Hinten bekamen der stark verbesserte Lagerbloom, Stehle und Olajengbesi immer irgendwie noch den Kopf oder den Fuß zwischen Ball und Gegner. Plaßhenrich spielte endlich mal wieder durch, Daun war jederzeit aufmerksam und eroberte zahlreiche Bälle vom Gegner und Nemeth hatte das Abstauberglück des Tüchtigen. Zum Teil wurde sehenswerter one touch football gezeigt, der an die Aufstiegssaison erinnerte.

Die Aachener ließen auch in der zweiten Hälfte nicht nach, hatten noch einige Möglichkeiten den Vorsprung auszubauen und kauften den unkonzentriert und pomadig wirkenden Mainzern den Schneid ab. Stucki musste sich einmal ordentlich lang machen, machte aber einen sicheren Eindruck und als er bei einer Ecke gegen Ende der Partie nicht im Bilde war, konnte er sich auf den Instinktfußballer Stehle verlassen, der für ihn ausputzte.

Tja und Schmadtke hört auf. Schade drum, die Alemannia hat ihm einiges zu verdanken. Zahlreiche gelungene Transfers, ein ruhiges aber glückliches Händchen und die finanzielle Gesundung des Clubs, der in dieser Hinsicht inzwischen besser dasteht als mancher seiner Mitbewerber. Den Fehlgriff namens Buchwald wollen wir jetzt mal beiseite lassen. Trotzdem: Das war ein wirklich schöner Abend!

Note to self: Dieses Blog wird dermaßen zugespammt, es ist zum Reihern. Musik: Gerry & The Pacemakers – You never walk alone.

Nach Hause

3300 deutsche Soldaten kämpften bis heute mittag in Afghanistan. Jetzt sind es zwei weniger. Fünf afghanische Kinder mussten ebenfalls dran glauben. Unser Bundesverteidigungsminister wird bei der anstehenden Trauerfeier erneut trotzig Durchhalteparolen von sich geben und einen Einsatz verteidigen, den mehr als 80% der Deutschen nicht wollen. Er wird sich weiterhin weigern von einem Krieg zu sprechen. Dabei ist offensichtlich, dass die ISAF von vielen Afghanen als Teil einer Okkupationsarmee gesehen wird, die auf der Seite der Amerikaner kämpft. Eben genau der Amerikaner, die sich zahlreicher Kriegsverbrechen am Hindukusch schuldig gemacht haben.

Der Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen. Das politische System des Landes, das gestützt werden soll, ist zutiefst korrupt, völlig unfähig und im Grunde ohne Einfluss. Warlords beherrschen die Szene. Die Einsickerung von Selbstmordattentätern aus Pakistan kann nicht gestoppt werden. Das Land ist nicht einmal im Ansatz zu kontrollieren, selbst wenn die Anstrengungen erheblich gesteigert würden. Die Taliban, die die Amerikaner als Bollwerk gegen die sowjetischen Invasoren seinerzeit erst groß gemacht haben, sitzen zwar im Untergrund, fühlen sich jedoch dort sichtlich wohl.

Natürlich sind die Afghanen zu bedauern, aber militärisch ist ihnen nicht zu helfen. Erst wenn sie sich selbst den Islamisten auf breiter Front entgegen stellen, kann deren unselige Mission gestoppt werden. Ob die Friedenssehnsucht und Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung dazu ausreicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Gegenwärtig geht es dort angesichts von ausbleibenden Ernteerträgen mehr und mehr ums nackte Überleben. Ob Afghanistan in seiner jetzigen Form als Staat überleben kann, darf getrost bezweifelt werden. Eine Zukunft als Demokratie westlichen Zuschnitts wird das Land sicher nicht haben.

Der heraufdämmernde Kampf der Kulturen kann nur dann abgewendet werden, wenn sich in der islamischen Welt die gemäßigten Kräfte durchsetzen. Sollte ihnen das nicht gelingen, steht uns vielleicht der nächste große und wahrscheinlich letzte Krieg bevor. Der Westen hat es jedenfalls nicht in der Hand, das Problem zu lösen. Er hat viel zu lange zugunsten des eigenen Wohlstands große Teile der Welt ohne echte Chance auf wirkliche Teilhabe ausbluten lassen und in Abhängigkeit gehalten. Den mehr oder weniger versklavten Völkern hat man nicht mehr als demokratisches Sendungsbewusstsein als Ausgleich angeboten. Das war offensichtlich langfristig viel zu wenig. Deshalb wäre es vernünftig, den Bundeswehreinsatz besser heute als morgen zu beenden. Holen wir die Soldatinnen und Soldaten endlich nach Hause.

Note to self: Ein Sieg gegen Mainz? Ein Pünktchen würde mir auch schon reichen. Musik: Megadeth – United Abominations.

Gehirnstürm

Man gönnt sich ja sonst kaum was. Also bin ich trotz dicken Halses und vereiterten Nebenhöhlen am gestrigen Samstag dem weißen Kaninchen gefolgt und fand mich in einem ziemlich coolen Proberaum auf dem A-Weg wieder. Dort fand nämlich wieder einmal der Gehirnstürm statt. Insgesamt spielten 4 Bands, die ordentlich Kohle für eine Top-PA und -Beleuchtungstechnik gelatzt hatten, gratis auftraten und das Bier zu einem milden Preis verkauften.

Gehirnstuerm

Drangvolle Enge, enorm hohe Temperaturen und eine wahnsinnige Luftfeuchtigkeit bildeten die Randbedingungen für die Auftritte bei ausgezeichneter Stimmung im Publikum, das einiges geboten bekam. Eine kurze Einzelkritik:

Flaschenpfand: Ich bekam leider nur die letzten 3 Stücke mit. 5 Mädels, Violine dabei, deutsche Texte und jede Menge Esprit. Könnte was draus werden. Auch optisch ein Hochgenuß.

Scrimpshot: Ziemlich primitives und einfallsloses Geschraddel, guter Gesang, brauchbares Schlagzeug. Ich war froh, als sie fertig waren. Am besten gefielen mir die Ansagen.

chthonian: Technisch anspruchsvoller Metal (schätze die Jungs hören gerne Opeth) mit viel Dynamik und schrägen Breaks. Absolut tight und auf den Punkt gespielt, wobei die „mathematischen“ Teile und die Knüppelparts besser rüberkamen als die ruhigen Passagen. Gesang ausbaufähig. Sound ein bisschen drucklos. An der Kommunikation mit dem Publikum sollte man noch feilen. Sehr überzeugende Coverversion von Metallicas „One“ zum Abschluss.

Cobe: Bester Auftritt der Combo, den ich bislang gesehen habe. Jochen hat sich enorm weiter entwickelt, der Gesang kam geil rüber. Sound war unglaublich fett und transparent gleichzeitig. Außerdem spielte man wirklich „wie aus einem Guss“. Im Vergleich zu den vorhergegangenen Gigs präsentierte sich Cobe im Ganzen souveräner und als würdiger Headliner. Die letzte Zugabe, als Experiment angekündigt, machte Lust auf mehr langsamen, schweren Stoner-Doom-Kram. Bravo Jungens!

Note to self: Die heiße Dusche, nie war sie so wertvoll wie heute am sehr frühen Morgen. Musik: Grinderman, Gorgoroth, The Human Abstract.

Dancing with Matt

Wir sind eine vollkommen verrückte Spezies. Verrückt im positiven und im negativen Sinne, so viel ist klar. Es gibt genügend Gründe uns selbst zu hassen, die Zeitungen sind voll davon. Aber hin und wieder stolpern wir über Dinge, die uns für einen kurzen Moment erkennen lassen, dass die Welt anders aussehen könnte, wenn wir uns nur ein bisschen am Riemen reißen würden und nicht ganz so verbiestert wären. Hier ist so ein „Stolperstein“: Unser geschundener, gespaltener, verfeindeter Globus: Matt tanzt drauf.

Bei youtube und auf Matts Seite gibts das Ganze auch in besserer Auflösung. Die Musik („Praan“ von Garry Schyman) kann man sich auch hier anhören. Der Originaltext ist ein Gedicht von Rabindranath Tagore und wurde in Bengali geschrieben. Die englische Übersetzung:

The same stream of life
that runs through my veins night and day
runs through the world
and dances in rhythmic measures.

It is the same life
that shoots in joy through the dust of the earth
in numberless blades of grass
and breaks into tumultuous waves of leaves and flowers.

It is the same life
that is rocked in the ocean-cradle
of birth and of death,
in ebb and in flow.

I feel my limbs are made glorious
by the touch of this world of life.
And my pride is from the life-throb of ages
dancing in my blood this moment.

Note to self: Lagerhaus Stufe 17, grmpf. Musik: Garry Schyman – Praan