Guten Rutsch!

Was muss, das muss: Ich wünsche allen Lesern von „Just Skidding“ einen guten Rutsch ins kommende Jahr 2008. Möge es für Euch Erfolg, Gesundheit und viele schöne Tage bereithalten.

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Note to self: Der letzte Tag ohne Vorratsdatenspeicherung, Musik: Portishead, Pink Floyd

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Zum guten Schluß

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Es ist ja wahr, ich habe mich rar gemacht. Zu meiner Entschuldigung seien die umfangreichen Arbeiten auf unserer Baustelle angeführt, von denen weiter unten noch die Rede sein wird. Hiermit melde ich mich nun also zurück und werde in diesem Beitrag all das verwursten, was seit November passiert ist und das ist doch einiges. Daher erfolgt die Aufbereitung gegliedert in Unterabschnitte, wobei ich auf eine strenge chronologische Einteilung verzichten möchte. Genug der Vorrede, in medias res:

„Die Baustelle“ oder „Wood chip is my middle name“

Einiges hat sich getan in unserem neuen „Oberstübchen“. Mehr und mehr nähert sich der Ist-Zustand dem gewünschten Endergebnis an. Der Fliesenleger ist fertig, die letzten Löcher vom Trockenbauer verputzt. Auch wir waren nicht untätig:

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Der Tiefgrund ward auf Gipskarton und Putz aufgetragen (besonders schön auf den Deckenflächen, da kommt einem die milchartige Flüssigkeit nämlich ständig entgegen und man ist tatsächlich froh, Brillenträger zu sein), gewaltige Mengen an Raufasertapete wurden „prima an der Wand lang“ ihrer Bestimmung zugeführt (wobei endlich wieder einmal das Tapezierzeug der Familie zum Einsatz kam, das bereits meine frühesten Kindheitserinnerungen durchgeistert. Auch soll nicht verschwiegen werden, dass es in der Wohnung nun die sogenannte „Kurtwand“ gibt, deren Oberflächengestaltung sich als spontanes Unmutsthema mit gewaltigem Konfliktpotential entpuppte), schließlich wurde mehrfach Innenwandfarbe aufgetragen (meine rechte Schulter dankt es mir bis zum heutigen Tag).

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Rolladenbänder und Abdeckungen aus Spanplatten wurden angebracht, Normstahlzargen lackiert und die hässlichen Rußflecken im Treppenhaus weggeschrubbt. Eine Baustelle hilft einerseits dabei, verborgene Talente in sich zu entdecken, andererseits wird auch der eigene Wortschatz ungemein bereichert (das klang bei „Just Skidding“ ja bereits mehrfach an): Die letzten Errungenschaften sind: Wabe und Röhrenspan (Thema „Türen“), Phase (man raspelt sie), Bänder (nicht etwa Scharniere), Revisionsöffnung (für die Montage, nicht aber die Revision von Abgassystemen. Hört sich harmlos an, meint aber ein hässliches Loch in der frisch gestrichenen Badezimmerdecke, das an der zukünftigen Wirksamkeit der Dampfsperre zweifeln lässt), Muschelgriff (zum Öffnen von Tapetentüren, falls wir einen Baumarkt finden, der so etwas führt).

„Weihnachten in Rollesbroich“ oder „Alle Jahre wieder“

Man mag vom Konsumhöhepunkt des Jahres halten was man will. Fest steht, dass die heimeligen Feiertage im Kreise der Familie, das gute und sehr reichhaltige Essen, die Erinnerungen an die Kindheit und die weit aufgerissenen Augen angesichts des funkelnden Christbaums, die altbekannte feierliche Musik und die Freude über schöne Geschenke den Stress im Vorfeld des Festes, die unsägliche Weihnachtswerbung und die hohl wirkende Ansprache von Hotte Köhler mehr als aufwiegen. In diesem Jahr fiel die schöne Aufgabe des Weihnachtsbaumschmückens zum ersten Mal den Kindern der Familie zu, da der Familienvater, der für gewöhnlich mit inbrünstiger Hingabe einen wahren Baumriesen mit hunderten von Schmuckelementen behängt, mit entzündetem Schleimbeutel ausfiel. Also machten sich der Blogger und sein Bruder am vorweihnachtlichen Sonntag über eine vergleichsweise schmächtige Edeltanne her.

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Eine kurz gefasste Auflistung des verwendeten Baumschmucks soll an dieser Stelle nicht fehlen: Da hätten wir also Strohsterne, bemalte Zinnfiguren, nicht bemalte Zinnfiguren, diverse Laubsägearbeiten (Hampelmänner, Engel, Weihnachtsmänner, Sterne, Glocken), vergoldete Walnüsse, winzige Teppichklopfer aus Weidengeflecht, Miniaturchristkinder in Nussschalen mit kariertem Bettzeug, Wichtel mit roten Kapuzenfilzmänteln („Kommunistische Zwerge“), Engel und Sänger aus Furnier, Sterne aus nicht glasiertem Ton, Sterne aus glasiertem Ton, Filzsterne, gehäkelte Minitopflappen, winzige Körbchen, groteske Schafe aus Schafwolle, gedrechselte Holzprodukte, putzige Jahresendflügelfiguren aus Leinen und zum guten Schluss einen Hirten aus Filz mit einem einsamen Schaf und einen roten fünfzackigen Holzstern (zur Abwehr der Konterrevolution).

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Wir waren einige Stunden beschäftigt. Der Aufwand scheint aber berechtigt, denn unser Weihnachtsbaum bleibt traditionell bis Lichtmeß (2. Februar) stehen, auch wenn die Nadeln nicht so lange durchhalten.

Erwähnt werden muss natürlich auch der mütterliche Stoßseufzer bei der Zubereitung und Zerteilung des Jungputers, Bettis selbstgemachte Weihnachts-DVD, die viel zu frühen Frühstücke, die Kolatschenschwemme und die übersatte Trägheit, die mit dem üblichen Kommentar „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“ trefflich beschrieben ist. Und hier noch was aus der Rubrik „Mein schönstes Weihnachtsgeschenk“ (Merci Ödli!):

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„Neue Haustiere“ oder „Das große Krabbeln“

Wir wollen uns mal nichts vormachen (so hätte meine Großmutter mütterlicherseits diesen Abschnitt eingeleitet), die angebliche Herrschaft der Säugetiere und insbesondere der Primaten auf unserem Planeten darf angesichts der nackten Zahlen durchaus bezweifelt werden: Die überwiegende Mehrheit der uns bekannten Tierarten sind Insekten. Berücksichtigt man außerdem, wie lange sich diese Viecher bereits auf der Erde halten, dann stehen wir Menschen trotz Wasserspülung und Mikroprozessor ziemlich bescheiden da. Seit einigen Tagen sind einige dieser faszinierenden Tiere nun bei mir heimisch geworden, da die liebe Anne mir ein Insektarium mit einigen Exemplaren von Carausius morusus (indische Stabheuschrecke) zum Geschenk machte (Danke nochmals!).

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Die Stabheuschrecken gehören zur Ordnung der Phasmatodea (Gespenstheuschrecken) und bieten aus biologischer Sicht einige interessante Besonderheiten. Beispielsweise erfolgt die Fortpflanzung häufig durch Jungfernzeugung (Parthenogenese), was ich, nebenbei bemerkt, für eine segensreiche Einrichtung halte, die auch das Zusammenleben der Menschen spürbar erleichtern würde. Das bedeutet natürlich auch, dass alle meine Pfleglinge Weibchen sind (auch wenn sie, wie das bislang einzige getaufte Exemplar, Gustav heißen).

„Newton’s Comeback“ oder „Technik, die begeistert“

Wer wie ich Hardware aus dem Hause Apple sammelt und diesem Hobby schon eine Weile nachgeht, der kommt um die Produkte der Newton-Serie kaum herum. Dieser bei seiner Vorstellung hochinnovative PDA mit Handschrifterkennung konnte sich leider wegen seines exorbitanten Preises nie richtig am Markt durchsetzen, bot aber Features, die ein Palm oder Pocket PC heute noch nicht drauf hat. In meiner Sammlung befanden sich bisher ein MP2100 und zwei MP130 nebst diversen Ladeschalen, Keyboards, Speicherkarten, Modems etc. Durch eine milde Gabe des lieben Onkel Charlie (Danke!) bin ich nun stolzer Besitzer eines original MessagePad in Bestzustand mit Originalverpackung, sämtlichen Unterlagen und Lernvideo. Nee, wat schön!

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„Die wichtigsten CDs des Jahres“ oder „Wigger spinnt jetzt völlig“

Ich gestehe, regelmäßiger Leser der Rubrik „Die wichtigsten CDs der Woche“ bei Spiegel online zu sein. Auch wenn man sich oft über die Auswahl der Herren Borcholte und besonders Wigger wundert und hin und wieder auch ärgert. Was aber Wigger in seiner Jahresbestenliste an traurigem Geschrammel versammelt hat, treibt einem die Tränen in die Augen. Da der geneigte Leser von „Just Skidding“ an regelmäßige Wasserstandsmeldungen der musikalischen Vorlieben des Verfassers gewöhnt ist, hier also meine „Gegenliste“:

Skidmans „wichtigste CDs des Jahres“:

1. „Ire Works“ von „The Dillinger Escape Plan“

2. „The Blackening“ von „Machine Head“

3. „Lies For The Liars“ von „The Used“

4. „Fornika“ von „Die Fantastischen Vier“

5. „In Rainbows“ von „Radiohead“

6. „The Black And White Album“ von „The Hives“

7. „In Sorte Diaboli“ von „Dimmu Borgir“

8. „Puzzle“ von „Biffy Clyro“

9. „Colors“ von „Between The Buried And Me“

10. „Rise Of The Tyrant“ von „Arch Enemy“

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