Ĝis revido en Amikejo!

Mikronationen, En- und Exclaven und andere territoriale Absonderlichkeiten haben den Blogger immer schon fasziniert. Das mag daran liegen, dass ich als geborener „Westzipfler“ schon als Kind die merkwürdige Erfahrung machen konnte, dass es durchaus möglich ist mit einem Bein beispielsweise in Belgien, mit dem anderen aber in Deutschland zu stehen. Wer einmal den „Drielandenpunt“, also das Dreiländereck D-B-NL besucht hat, wird das vielleicht nachvollziehen können. Egal ob Sealand, Büsingen oder die „Freie Republik Schwarzenberg“: Der Hauch des Exotischen, der diesen Flecken auf der Landkarte anhaftet, regt unsere Phantasie an. Neulich erfuhr ich im weltweiten Netz, dass das oben erwähnte Dreiländereck im Laufe der Geschichte zwischenzeitlich auch mal ein Vierländereck war, und das kam so: Als nach der Niederlage Napoleons die Neuordnung der territorialen Verhältnisse Europas beim Wiener Kongress anstand, konnten sich die Vertreter nicht darüber einigen, wem ein kleiner, an sich unbedeutender Zipfel zwischen Belgien, der Niederlande und der preußischen Rheinprovinz gehören sollte. Die Bedeutung des Gebietes war durch die dort vorhandenen Zinkspat-Vorkommen begründet. Im Jahre 1819 einigten sich die Unterhändler der Anrainer in Aachen darauf, dass das Ländchen gemeinschaftlich verwaltet und nicht von Truppen besetzt werden sollte: Neutral-Moresnet war geboren. Es bestand bis zum ersten Weltkrieg, in dessen Verlauf es von der Reichswehr „erobert“ wurde. Heute liegt die Gemeinde Kelmis dort. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, aus Neutral-Moresnet den Staat „Amikejo“ zu machen, in dem Esperanto gesprochen werden sollte (Amikejo bedeutet auf Esperanto „Der Ort, an dem sich Freunde treffen“). Noch heute können viele ältere Einwohner von Kelmis zumindest ein bisschen Esperanto. Ein buntes und interessantes Kapitel der Heimatgeschicht, wie ich finde. Wer sich für Neutral-Moresnet interessiert, findet bei Wikipedia nähere Informationen.

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