Brownouts and leakages

Der Zahn der Zeit nagt an Lebewesen und toter Materie, auch an der Gaszuleitung des Hauses in dem ich lebe. So weit so gut. Wenn also das städtische Versorgungsunternehmen den Hahn zudreht, um zu verhindern, dass sich das Gebäude mit einem unschönen lauten Geräusch in einen Haufen Schutt verwandelt, ist dies sicher eine sinnvolle Maßnahme. Natürlich passiert so etwas grundsätzlich an einem Freitagnachmittag, also zu einer Zeit, wo der durchschnittliche deutsche Handwerker bereits beim Feierabendbierchen sitzt. Montagmorgen soll die Reparatur beginnen. Überraschenderweise erhalte ich (weder Hausmeister noch Verwalter der Immobilie) an diesem Morgen einen Anruf auf meinem Mobiltelefon, dessen Nummer weder dem Vermieter, noch der sogenannten Objektverwalterin von mir bekannt gemacht wurde. Ein verstimmter Installateur ist am Rohr und gibt mir zu verstehen, er hätte einen Termin mit mir, wo ich denn sei. Bei derartigen Unverschämtheiten kann einem schon mal die Spucke wegbleiben. And the madness continues: Die Reparaturarbeiten ziehen sich bereits über drei Tage hin, im Keller riecht es immer noch nach Gas, die Installateure hocken in einem beeindruckend großen Loch im Straßenbelag direkt vor der Haustür, betätigen mitunter munter die Türklingeln, ohne wenigstens ein kurzes Wort der Erklärung ins Treppenhaus zu rufen und stellen ohne Vorwarnung den Strom ab. Zwar wird der offenbar im ganzen Haus nach kurzer Frist wieder eingeschaltet, nur bei mir regt sich gar nichts. Also wieder hinuntergestiefelt, die Sachlage geklärt, die Sicherung wieder reingedreht (dabei die völlig marode Elektroinstallation des Hauses erneut kopfschüttelnd in Augenschein genommen). Mein Powermac bleibt stumm, ein kleines Lämpchen an der Front glimmt trotzig. Nach PMU-Reset, kompletter Entkabelung und einer schlimmen Dreiviertelstunde, die ich mit schwitzenden Händen und finsteren Gedanken verbringe, lässt er sich wieder einschalten. Uff. Eine weitere halbe Stunde später ist meine digitale Existenz wieder hergestellt. Der lokale Fileserver läuft, der Web-, FTP-, OpenVPN-Server ebenfalls. Ich atme durch, nehme die Haßkappe ab. Et hätt noch immer joot jejange…

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Estrich

Schon wieder so ein merkwürdiges Wort: Estrich, in diesem Fall sogar schwimmender Estrich. Nimmt man den schweizerischen Sprachraum hinzu, wird die Angelelegenheit noch komplizierter, da wird der Estrich zum Unterlageboden und der Dachboden zum Estrich. Investiert man ein wenig Zeit weiter nachzuforschen, so erfährt man schließlich, dass dieser Ausdruck vom griechischen „óstrakon“ stammt, was soviel wie „Scherbe, irdenes Täfelchen“ heißt. Schön. Unser irdenes Täfelchen ist also gestern fertig geworden, darf vorerst nicht betreten werden und ist ein weiterer Schritt Richtung Trockenausbau.

Estrich

Zwei Fußballsiege gilt es in diesen Tagen zu feiern: Da wäre zunächst mal der epochale Triumph von Alemannia Aachen im Rheinenergiestadion zu Köln. Dem Abstieg des 1. FC in die Regionalliga steht damit aus meiner Sicht nichts mehr im Wege. Ob dann Christoph Daum, der sich nach dem Spiel in einer Art neurotischem Schub wieder einmal kräftig in die Nesseln setzte, dann immer noch Trainer in Köln ist, darf getrost bezweifelt werden. Zweitens wäre da der Sieg der Nationalmannschaft in Wembley gestern abend. Die Spielkünste der zusammengewürfelten Truppe der Spieler aus dem zweiten Glied war zwar nicht immer schön anzusehen, betrachtet man aber die peinlichen Pleiten von Italien (1-3 gegen Ungarn), der Niederlande (1-2 gegen die Schweiz) oder Portugal (1-1 gegen Armenien) und den müden Sieg der Franzosen, dann kann man sich mit einem feinen Lächeln zurücklehnen. Musik: Immer noch John Mayer

Fensterln

Nun ist es also soweit. Nach 13 Jahren meiner Computerkarriere ist es vorbei mit der Windowsabstinenz. Recht versteckt, in der hintersten Ecke des Raumes steht er: Mein erster eigener IBM-kompatibler PC. Sein -wie ich finde- passender Name: Tantalus. Genau wie sein sagenhafter Namensgeber aus der griechischen Mythologie ist er ein Sinnbild für menschliche Hybris (Menüpunkt „Windows-Sicherheit“), dreisten Diebstahl (Papierkorb und Dateimanager-GUI als Nektar und Ambrosia) und Kindsmord (In „Start“ klicken, um den Rechner auszuschalten, da wohnt jedem Ende ein neuer Anfang inne). Dann wollen wir mal sehen, ob die Kiste demnächst bis zum Hals im Wasser steht ohne trinken zu können und ob der drohende Felsbrocken der Viren und Würmer auf ihr Haupt fallen wird. Bislang nicht mal ein Absturz. Naja. Musik: John Mayer

Broken Arrows

Eigentlich halte ich nicht allzuviel von Guido Knopp und seinen merkwürdigen Geschichtssendungen, die ja unter der Überschrift „History“ laufen, womit schon klar ist, dass es sich nicht um selbst recherchiertes Material handelt, sondern um die Zweitverwertung von Wissen aus dritter (amerikanischer) Hand mit zum Teil merkwürdigen Perspektiven. Trotzdem: Heute Abend war etwas Interessantes im Programm. Es ging um Nuklearwaffen, die den USA bei Unfällen (Bomberabstürzen etc.) abhanden gekommen sind. 11 dieser „zerbrochenen Pfeile“ sind nach wie vor verschollen, in Grönland, vor der Küste von Georgia, wer weiss wo noch. Ich bin ein Kind des kalten Krieges, das sich noch gut an den Schock erinnern kann, der von der Erkenntnis ausgelöst wurde, dass der nächste Krieg der Hegemonialmächte der letzte sein würde. Die Vorstellung, dass Nuklearsprengköpfe irgendwo auf der Welt vor sich hinmodern erscheint mir auf den ersten Blick ungemein bedrohlich. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar: Wesentlich explosiver sind die Folgen des wirklichen, des täglich stattfindenden Krieges, des globalen Ausbeutersystems, der menschenverachtenden Transaktionsökonomie, der ungezügelten Verheizung unseres Planeten. Auch dieser kalte Krieg produziert „broken arrows“ und zwar Millionen davon. Ich glaube nicht, dass diese noch vierzig oder fünfzig Jahre vor sich hinschmoren werden. Note to self: Telefonreiniger sind wichtige Säulen unseres sozialen Gefüges (Douglas Adams hatte zweifellos recht). Musik: Jamiroquai, Janis Joplin

Die Rohrverleger

Auf der Rollertour nach Zweifall (Note to self: Finsterau war wirklich ganz schön frisch und düster) Stippvisite (auch so’n komisches Wort) auf der Familienbaustelle. Die Abteilungen Heizung und Sanitärinstallation haben kräfig zugeschlagen und zum Teil lustige Muster auf der Abklebefolie hinterlassen, außerdem hinterließen sie Schutt in Eimern und putzige Abdeckplanen mit Klebestreifenbefestigung. Eine der nach wie vor offenen Fragen, die man sich stellen muss: Warum nur, warum hat sich der Dachdecker ausgerechnet unseren Bürgerstein als Zwischenlager für die Dachbetonsteine für die nächsten drei Baustellen ausgesucht.

Installation1

Installation2

Installation3

Wenigstens war es ein schöner Sommertag, an dem es Spaß machte herumzuwespen. Dem Fahrer des spanischen Twingo, der meinte, es sei eine lustige Sache an der Einmündung Rathenauallee an der Verkehrsinsel seinen Wagen so heftig gegen den Bordstein zu setzen, dass der Kleine zünftig hüpfte und schlingerte und mich zu einer Notbremsung zwang, sei hiermit ein besonders herzlicher Gruß zugerufen. Ola senor! Musik: The Beatles

Cable Spaghetti

Hunderte Meter Cat7-duplex, orange, ich träume davon. Kupferzuschläge, Brüstungskanäle, Einzugshilfen, ich lerne dazu. Braun, braunweiss, grün, grünweiss, blauweiss, blau, orange, orangeweiss, Typ B Verdrahtung. Morgen nochmal, schön. Das kommende Wochenende wird hoffentlich nicht nur ein paar Sonnenstrahlen, den Beginn der neuen Bundesligasaison und ein paar Stunden der Entspannung bringen, sondern auch den ersten Heimsieg der Alemannia. Note to self: Brautkleid bleibt Brautkleid und Branntwein bleibt Branntwein. Musik: Braintrust, Butthole Surfers, Broken Social Scene

Gemeinsam abheben

Zur Trauung von Cousin Thomas und Julie gings am Freitag in den Hochchwarzwald, geleitet von Steffis sanfter Stimme aus Ödlis frischem Nüvi (Ein Lob der Technik!). Es war ein doch leicht anstrengendes Wochenende mit viel ausgezeichnetem Rothauspils, kurzen Nächten, hohen Temperaturen und neuen und bestätigten Ansichten (Der Rest ist Schweigen!). Hier ein paar Fotos:

TJ1

Der angeblich höchste Wasserfall Deutschlands in Triberg

TJ2

Die St. Nikolauskirche in Buchenberg

TJ3

Das Brautpaar in vollem Ornat

TJ4

Gemeinsam abheben!

Note to self: Habe heute mein erstes 32er-Patchfeld aufgelegt. Eine wertvolle und schöne Erfahrung. Musik: Boomtown Rats, Tom Waits