Kerze Nr. 38

Eine weitere Kerze auf der imaginären Torte. Das ging schnell. Auch wenn ich mir einbilde zurzeit nicht besonders viel zu feiern zu haben heisst das Motto „den Bauch möglichst flacher und den Kopf oben halten“. Na denn auf ein neues! Musik: Pink Floyd

Burstdayskid

Ein Überraschungsbesuch, wie schön. Die liebe Anne kam mit leckerem Backwerk vorbei und ich komme doch noch auf die Insel. Note to self: Die Baugenehmigung ist endlich da und abgeholt (auch wenn ich mich schon wieder im Verwaltungsgebäude am Marschiertor verlaufen habe. Komisch, dabei bin ich doch Klinikum-gestählt). Musik: Sarah Bettens, Children Of Bodom, Primus.

Ciao Ricky

Es gibt Leidenschaften, die nur wenige Mitmenschen teilen können. Eine meiner Leidenschaften ist das sogenannte Usenet (das die meisten eben nur als „Groups“ in Google kennen) und damit verhält es sich genau so. Das Usenet gab es schon als www noch keiner kannte. Damals bestand es aus einer Reihe von kleinen, meist privat betriebenen Servern (Fido-Netz, Maus-Netz) und war den wirklichen Internetpionieren vorbehalten. Heute, im Zeitalter der Webforen, in denen sich meist Halbstarke mit minimalen orthographischen Kenntnissen tummeln, bildet das Usenet eine der letzten Bastionen gegen die fortschreitende Online-Verdummung. Es ist eine kleine, vergleichsweise abgeschiedene Welt für sich, mit eigenen Regeln und Gesetzen. Nun verhält es sich aber so: Wenn man eine Zeitlang eine bestimmte Gruppe abonniert und regelmäßig liest, werden die (ohnehin nicht besonders zahlreichen) Regulars zu vertrauten Personen, die einem sozusagen näher stehen als so mancher Nachbar, oder andere Menschen, die man im „Real Life“ tagtäglich sieht.

Eine der von mir frequentierten Gruppen heißt „oecher.talk“. Darin geht es um regionale Dinge, manchmal aber auch um die große Politik. So bunt wie die Stadt ist auch die Gruppe. Wir haben Diskutanten mit sachlichen stilsicheren Postings, Rechthaber (sogar mit französisch klingendem Namen), Möchtegernrevoluzzer (Uff!), Eingeborene der Kartoffelsahara, pseudoanonyme Idioten, Jüngelchen, die wohl nie trocken werden hinter den Ohren, arme Würstchen, die Aachen am liebsten schon vor Jahren verlassen hätten (aber irgendwie nicht den Absprung aus dieser furchtbarsten aller Städte schaffen) und dann haben wir den großen Draufhauer. Der große Draufhauer postete früher unter seinem richtigen Namen (was im Usenet als höflicher Umgang gilt) und fiel des öfteren durch eben jene „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Postings“ auf, die er mal zum Thema „von China lernen heißt siegen lernen“, aber auch zu „Personalausweis braucht man nicht“ oder „die Asozialen verkratzen mein schönes Auto“ verfasste. Jedem, der sich ein bisschen Mühe mit Tante Gugel machte, war es ein leichtes zu ermitteln, dass dieser Großkotz ein kleiner Versicherungsvertreter war, der gerne im wortwörtlichen Sinne abtauchte, immerhin mit so viel Chuzpe, dass er sich nicht hinter einem Pseudonym versteckte.

Diese Zeiten sind vorbei. Seit neustem firmiert der ekelhafte Ellenbogenmensch nun unter dem Namen „Ricky Proxy“. Ricky hat heute ein, wie ich hoffe, kühles zugiges Plätzchen in meinem Killfile zugewiesen bekommen und darf sich dort mit „Gunter“ und „dem Mösl“ vergnügen. Späßcken Jungens! Musik: Dream Theater.

Nachtrag

Bei nochmaliger Lektüre des gestrigen Versöhnungsbeitrags ergeben sich Selbstzweifel. Wie ist das nun mit der individuellen Öffentlichkeitsarbeit wirklich? Und muss sich der Veröffentlicher einer Internetseite und eines Blogs da nicht an die eigene Nase fassen? Ich meine nein, laufe ich doch nicht mit einem Hemdchen durch die Straßen auf dem eine URL steht (wie ein uns allen bekannter Comedien). Würde wirklich irgendein Inhalt publikumswirksam werden, wie groß wäre die Angst vor den Konsequenzen, wie schnell die Seiten vom Netz?

Wirklich herausfinden wird man das wohl nur, wenn es wirklich passiert. Bis dahin bleibt das Geschreibsel, das sicher Ausdruck exibitionister Veranlagung ist, stehen. Genau in der Ausprägung eben jener Veranlagung liegt der entscheidende Unterschied zwischen Greg und Skid. Mir käme es nicht in den Sinn die Zahl der Zugriffe auf meine Seite wie eine Ikone vor mir herzutragen, aber mir würde etwas fehlen wenn ich nicht mehr daran rumbasteln könnte. Seelenreinigung durch Rauslassen, bloggen ist wie singen. Musik: Immer noch Pearl Jam, Fanta4.

Dalitute

Versöhnt

Kleine Session abgeschlossen. Amadeus und ich und später dann leckere gesunde Kost aus der Eifel. Altbierbestände inklusive. Der Bush ziert sich noch etwas, wirklich zu passieren, aber das kriegen wir (ich und der innere Schweinehund) noch hin. Habe einen kleinen Vorspann aufgenommen („Ladies and gentlemen…“). Mal gucken ob ich ihn drangebastelt kriege. Dramatische Wolken im Nachmittag, kaum fotografierbar, vielleicht lag die Dramatik aber auch im Auge des Betrachters.

Lichtspiel

Note to self: Digicams werden einem hinterhergeworfen (Bratpfanne keine wirkliche Alternative). Wirklich bemerkenswert (und der Grund für die im Header verkündete Versöhnung): Das Blog von Greg Packer. Greg sitzt vor dem schicken Apple Store 5th Av in NYC und hat sich bereits 100 Stunden vor Verkaufsbeginn an die Spitzenposition einer (zurzeit noch vergleichsweise kurzen) Warteschlange gesetzt, um eines der ersten iPhones erwerben zu dürfen. So etwas gibt mir immer Rätsel auf. Kann es wirklich sein, dass jemand mehr als 4 Tage damit verbringt, sich eine Option auf den Kauf eines (zugegeben sehr schicken) Mobiltelefons zu erwarten? Immerhin sind Greg und sein Blog inzwischen recht bekannt und wahrscheinlich ist die Warterei sogar ganz lustig: Umgeben von Gleichgesinnten, beobachtet von der Welt. Und genau das ist dann auch des Rätsels Lösung, denn wenn man ein bisschen gründlicher schaut, bekommt diese skurile Geschichte ein G’schmäckle. Greg macht so etwas nicht zum ersten Mal. Er ist sozusagen beruflich dort. Und das wiederum ist doch ein fast noch merkwürdigeres Phänomen: Warum möchte man in drei Teufels Namen ein „öffentlicher Mensch“ sein? Gregs Talente langen offensichtlich nicht für Star Search, eine Karriere als Schauspieler, Künstler oder Wissenschaftler. Ihm reicht es, wenn er als verrückter Dasitzer zur Kenntnis genommen wird. Er muss ein grenzdebiler Narziss sein und befindet sich damit in guter (?) Gesellschaft der gesamten B-Prominenz a la Paris Hilton, Eva Herrmann und Konsorten. Get a life Greg!

Wenigstens aber (jetzt kommt das versöhnende Moment!) zeigt diese Geschichte, dass es wahrscheinlich gar nicht so schlecht ist, einfach nur Otto Normalverbraucher, Lieschen Müller, John Doe oder Joe Sixpack zu sein, solange man sich selbst genügt, so wie man ist. Musik: Pantera, Pearl Jam, Paolo Conte und Andy Mckee!. Hammer, der Typ!

Wolker

Verschissen

Kein guter Start in den Tag. Kaffeemilch alle. Bindfadenregen. Note to self: Überflutungen in Sheffield (Foul and a miss). Dämon unten (Krug und Brunnen?). Inseltour abgesagt. Scheint fast so, als hätte sich der große Gasförmige über mich geärgert. Bei gründlicher Betrachtung meiner Morgenfüße denke ich, dass die jetzt besser im Strandsand aufgehoben wären.

Morgenfuss

Gerade mal 13 Grad. Man wünscht sich fast den knochentrockenen heissen Mai zurück. Wenigstens hat Ödli den Ankauf einen Gummiboots vermeldet, was dafür spricht, dass die vielbeschworene Regatta auf dem Blausteinsee in dieser Saison stattfinden kann. Dann halt mit Parka und Glühwein. Musik: Nouvelle Vague, Oasis.

Yellowsacks

Trostlosigkeit in Balkonien. Dabei ist es doch eigentlich das Lieblingsland des fast Sessilen. Wolfszungen wollen mich niedermachen und behaupten zu Engeln zu gehören. Minzschnipsel von grün nach gelb nach braun (nach schwarz?).

Unkrautampel

Zum Glück bewegt sich anscheinend was an der Bauordnungsamtsfront, wie ein Anruf aus dem Bergland verheißt. Wenn schon ein Blindfisch im Staatsdienst irgendwann das Blindfeld findet, wird die Vertretung der Vertretung hoffentlich nichts mehr zu bemosern haben und alles wird gut.

Ladder

Am Ende des ersten Tages

Uff. Reichlich bedröselt endet der erste Skidblogtag. Note to self: Ödlibesuch und Jörnbesuch, Schlauchbootrennen, Surfvideos, keine SMS. Und mal sehen auf welche Insel mich der Weg morgen führt. Zwei Tage bis Übermorgen. Randbemerkung zum Thema Steuern: Untersteuern. Ganz eindeutig. Musik: Fratellis, Offspring, Natalie Merchant, Fanta4, Norah Jones. Und ein Locüstchen.

Interessant: cobe ist als Bandname anscheinend unheimlich beliebt: Zum Beispiel in Polen und in Rumänien

Besonders schön: ANNA1 hat jetzt nen myspace